Wirtschaft
Weltbank-Chef Zoellick singt das Hohelied auf die Schwellenländer
«Die Gefahr ist inzwischen Selbstzufriedenheit»: Weltbankchef Robert Zoellick. (Bild: Keystone)
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Schwellen- und Entwicklungsländer können nach Ansicht von Weltbank-Chef Robert Zoellick entscheidend dazu beitragen, die Weltwirtschaftskrise dauerhaft zu überwinden. In diesen Staaten sei Potenzial vorhanden, die Binnennachfrage anzukurbeln, sagte Zoellick am Freitag in Istanbul. Allerdings müsse die Staatengemeinschaft beispielsweise über die Weltbank die dazu erforderlichen Finanzierungsmittel bereitstellen.
Viele Schwellen- und Entwicklungsländer benötigten Kredite der Weltbank, um die Binnennachfrage in Schwung zu bringen. Entsprechend werde die internationale Entwicklungshilfeorganisation in den kommenden Jahren ihrerseits zusätzliche Mittel brauchen.
Erholung bleibt unsicher
Der Weltbank-Präsident warnte überdies davor, angesichts der ersten Zeichen einer globalen Wirtschaftserholung von Reformbemühungen abzulassen und bestehende Risiken zu ignorieren.
Die wirtschaftliche Entwicklung 2010 sei angesichts auslaufender staatlicher Hilfsprogramme «höchst unsicher», sagte Zoellick. «Die Gefahr ist nicht mehr der Zusammenbruch der Wirtschaft, die Gefahr ist inzwischen Selbstzufriedenheit.»
Zudem warnte er vor Inflations- und Protektionismusgefahren. Es wäre «verheerend», jetzt in protektionistische Praktiken zurückzufallen, warnte Zoellick.
Verschiebung der Gewichte
Als Folge der Krise und der weltwirtschaftlichen Kräfteverschiebungen der letzten Jahre gelte es nun, die Stimmgewichte im Währungsfonds und in der Weltbank zu verschieben, sagte Zoellick.
Nach den Beschlüssen am G-20-Gipfel von Pittsburgh werde sich das Stimmgewicht der Schwellen- und Entwicklungsländer zulasten der reichen Länder um drei Prozentpunkte verschieben. Ihr Gewicht gehe damit in Richtung 50 Prozent.
Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) treffen sich in Istanbul zu ihrer traditionellen Jahrestagung. Im Mittelpunkt stehen Beratungen über Strategien und Herausforderungen für die Zeit nach der Weltwirtschaftskrise.
Die Schweiz ist in Istanbul auch präsent: Bundespräsident Hans- Rudolf Merz führt die Delegation an, der auch Staatssekretär Daniel Gerber, Nationalbank-Präsident Jean-Pierre Roth und Peter Siegenthaler, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, angehören. (sam/sda)
Erstellt: 02.10.2009, 11:37 Uhr
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