Wirtschaft
Wo es sich am besten leben lässt
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 21.06.2011 138 Kommentare
Rangliste
1. Australien
2. Kanada
3. Schweden
4. Neuseeland
5. Norwegen
6. Dänemark
7. USA
8. Schweiz
9. Finnland
10. Niederlande
(Für die Rangliste wurden sämtliche elf Faktoren als gleich wichtig bewertet. Bei unterschiedlicher Priorisierung ändert sich die Rangliste teilweise deutlich.)
Die Zahlen
Die Daten, die in den Better-Life-Index einfliessen, sind laut der OECD zu 80 Prozent bereits in Einzelstudien erfasst worden. Sie stammen von der OECD selber, ausserdem von den Vereinten Nationen und von den Statistischen Ämtern der einzelnen Länder. Zusätzliche Daten hat die Organisation über das Institut Gallup erfragen lassen.
Noch nicht bereit sind die Daten aus Brasilien, China, Russland, Indien, Südafrika und Indonesien. Auch diese Länder werden im Better-Life-Report, der im Oktober erwartet wird, berücksichtigt.
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Australien als Sehnsuchtsort, gefolgt von Kanada, Schweden, Neuseeland und Norwegen: Das sind laut dem neuen Better-Life-Index der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD die Länder mit der höchsten Lebensqualität. Sie hat für den Vergleich 34 Länder auf elf Faktoren untersucht, darunter etwa Arbeitsplätze, Einkommen, Gesundheit, Zufriedenheit oder Sicherheit.
Die Schweiz liegt – sofern alle Faktoren gleich stark berücksichtig werden – auf dem achten Platz. Die OECD bietet auf ihrer Website jedoch die Möglichkeit, die untersuchten Faktoren für sich persönlich zu gewichten und eine danach ausgerichtete Rangliste zu erstellen. Gewichtet man etwa Arbeitsplätze und Einkommen wichtiger als andere Faktoren, liegt die Schweiz nach Luxemburg auf Rang zwei. Markiert man Gemeinschaftsgefühl, Zufriedenheit und Sicherheit als besonders wichtig, rutscht sie ab auf Rang zehn.
«Mehr im Leben als die kalten Zahlen des Wachstums»
Der Index ist nur ein Teil der sogenannten Better-Life-Initiative. Sie läutet bei der OECD eine neue Ära ein: Künftig soll die Organisation in ihrer Analyse- und Beratertätigkeit nicht nur auf das Wirtschaftswachstum fokussieren, sondern Fortschritt ganzheitlicher betrachten. Im Oktober erscheint der erste Better-Life-Report, der als Grundlage für die neue Strategie dient. In einem der Vorabberichte üben die Autoren Selbstkritik: Seit ihrer Gründung vor fünfzig Jahren habe die OECD die Entwicklung eines Landes fast nur anhand des Volkseinkommens gemessen – und dabei viele andere Faktoren, die das Leben der Menschen beeinflussen, ausser Acht gelassen. «Doch es gibt mehr im Leben als die kalten Zahlen des Wachstums.» Noch deutlicher sagt es OECD-Sprecherin Antonie Kerwien: «Die Wege, die wir gepredigt haben, haben nicht immer zum Ziel geführt.» Das hätten mittlerweile selbst Hardliner eingesehen.
Den Entscheid zum Richtungswechsel fällten die OECD-Verantwortlichen an einer Strategie-Konferenz 2004 in Palermo. Dass Reichtum als Indikator für Lebensqualität nicht ausreicht, wissen Ökonomen seit langem. Besonders treffend formulierten das die Vordenker Joseph Stiglitz und Amartya Sen in einem Bericht im Auftrag der französischen Regierung aus dem Jahr 2009: «Die heute verwendete Statistik erfassen viele Faktoren nicht, die das Wohlbefinden der Menschen zunehmend beeinflussen», schreiben die Star-Ökonomen. Als Beispiel nennen sie Stau auf der Autobahn: «Sie mögen das BIP erhöhen, weil der Benzinverbrauch steigt, aber offensichtlich erhöhen sie nicht die Lebensqualität.» Neben der OECD definieren inzwischen auch die UNO oder die EU die Entwicklung eines Landes zunehmend in Kriterien, die über das Bruttoinlandprodukt hinausgehen.
Jeder hat eine eigene Definition
Dass Nutzer sich den Better-Life-Index auf der OECD-Seite nach ihren persönlichen Prioritäten erstellen lassen können, passt zum neuen Verständnis von Lebensqualität – sie bedeutet eben nicht für jeden Menschen dasselbe. «Wir wollen nicht vordefinieren, was ein gutes Leben für einen Menschen heisst», sagt Sprecherin Kerwien. «Wir bitten ausdrücklich darum, dass die Leute auf der Better-Life-Index-Seite aktiv werden.» Die Profile lassen sich speichern und an die Organisation schicken. Laut Kerwien sollen sie helfen, die Datenbank weiterzuentwickeln.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.06.2011, 15:38 Uhr
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138 Kommentare
Die Schweiz hat für mich persönlich in den letzten 20 Jahren deutlich an Lebensqualität verloren aufgrund der Überbevölkerung: volle Züge, volle Bahnhofe + Gedränge, volle Strasse + Stau, volle Geschäfter, Zersiedelungsbau, steigende + intensievere Kriminalität, Marginalisierung der Schweizer Werte etc. Antworten
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