Wirtschaft
Wo man sich vor Jobverlusten fürchtet
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 13.12.2011 18 Kommentare
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Unternehmer in der Zentralschweiz, in der Nordwestschweiz, in der Genferseeregion und im Tessin befürchten, dass sie im ersten Quartal 2012 Stellen abbauen müssen. Das zeigt das heute publizierte Arbeitsmarktbarometer des Personaldienstleisters Manpower. In der Region Zürich, in der Ostschweiz und im Mittelland ist die Stimmung optimistischer.
Für die alle drei Monate präsentierte Studie befragte Manpower 745 Arbeitgeber im ganzen Land. Anschliessend wurde die Differenz berechnet zwischen dem Anteil der Arbeitgeber, die eine Arbeitsplatzzunahme erwarten und dem Anteil jener, die eine Arbeitsplatzabnahme erwarten. Aktuell erwarten 5 Prozent der Befragten eine Zunahme, ebenfalls 5 Prozent eine Abnahme. Die sogenannte Netto-Arbeitsmarktprognose beträgt entsprechend genau 0 Prozent.
Banken sind optimistisch
Das ist eine deutliche Abkühlung gegenüber den letzten Quartalen. Im ersten Quartal 2011 betrug die Netto-Prognose saisonbereinigt +4 Prozent, im vierten Quartal 2011 immerhin noch +2 Prozent. Zuletzt stand der Wert im dritten Quartal 2010 ähnlich schlecht wie heute (-1 Prozent).
Besonders pessimistisch sind offenbar die Unternehmer in der Zentralschweiz – hier beträgt die Netto-Prognose -12 Prozent. Am positivsten gestimmt ist man in der Ostschweiz (+11 Prozent). In Zürich beträgt der Wert ordentliche +7 Prozent. Auch zwischen den Branchen gibt es grosse Unterschiede im Ausblick auf das kommende Jahr: Bei den Banken und Versicherungen sowie im Immobiliensektor rechnen die Arbeitgeber durchschnittlich mit einer Arbeitsplatzzunahme, im Handel und im Gastgewerbe am deutlichsten mit Jobverlusten. Hier dürften sich vor allem die Umsatzverluste aufgrund des starken Frankens niederschlagen.
Die Ergebnisse des Manpower-Barometers spiegeln die Konjunkturprognosen, die sich in den letzten Monaten eingetrübt haben. So meldete die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich KOF für 2012 nur noch ein voraussichtliches Wachstum von 0,6 Prozent, das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco geht von 0,5 Prozent aus, wie es heute bekannt gab.
Optimismus in Deutschland
Weltweit ist die Arbeitsmarktprognose in 31 von 41 Ländern negativ, wie die internationale Manpower-Gruppe weiter meldet. Am meisten Optimismus zeigen Unternehmer in Indien, Brasilien, Taiwan, Panama und der Türkei. In Europa sind ausserdem die deutschen Unternehmer auffallend optimistisch (+10 Prozent), ebenso die Schweden (+8 Prozent) und Norweger (+8 Prozent). In Deutschland fehlten zunehmend die nötigen Fachkräfte, stellt die Studie fest.
Am meisten Pessimismus findet man in Griechenland (-18 Prozent), Ungarn und Italien. Auch in China hat sich der Ausblick erstmals seit längerer Zeit eingetrübt. Zwar beträgt die Netto-Arbeitsmarktprognose noch immer +17 Prozent. Das ist jedoch ein sehr starker Einbruch gegenüber dem Vorjahresquartal (+37 Prozent).
Das aktuelle wirtschaftliche Klima, insbesondere die Schuldenkrise in Europa, sorge für Zurückhaltung im Arbeitsmarkt, lässt sich Manpower-Chef Jeffrey Joerres heute zitieren. So sei etwa der Ausblick in China schwächer, weil mit der EU der wichtigste Exportmarkt weniger Güter nachfrage. «Unternehmen sind inzwischen wirklich global aufgestellt, ihre Sorgen gleichen sich über die Länder hinweg», so Joerres.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.12.2011, 11:07 Uhr
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18 Kommentare
Es heisst Personenfreizügigkeit und das gilt in beide Richtungen. Es ist langsam an der Zeit dass auch wieder mal für die eigenen Bürger im Staat geschaut wird. Andere Staaten machen das genauso. Nicht alle EU Arbeitnehmer sind soooo Top qualifiziert wei man immer tut. Ich habe eigene Erfahrung Top ist meist das grosse Mundwerk und amit verkauft man sich bekanntlich gut. Beispiel Gutenberg :o) Antworten
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