Wirtschaft
Wo neue Firmen entstehen
Artikel zum Thema
Von Januar bis Ende Mai wurde im Handelsregister insgesamt 15'277 Neueintragungen vollzogen, wie der am Dienstag veröffentlichten Konkursstatistik der Wirtschaftsauskunftei Dun & Bradstreet (D&B) zu entnehmen ist. Das entspricht einer Steigerung von 7 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Am meisten Zuwächse gab es dabei in der Nordwestschweiz (+ 16 Prozent), in der Zentralschweiz (11 Prozent) und im Espace Mittelland (9 Prozent). Im Kanton Zürich (1 Prozent) blieb die Zahl der Neugründungen praktisch gleich.
Die grösste prozentuale Abnahme an Neugründungen gegenüber der Vorjahresperiode verzeichneten Appenzell Ausserrhoden (-11 Prozent) und Baselland (-7 Prozent). Den grössten relativen Zuwachs an neu eingetragenen Firmen zeigten Schaffhausen (+31 Prozent) und Basel-Stadt (+32 Prozent).
Mehr Pleiten
Grosse kantonale Unterschiede bestehen laut Mitteilung auch im Verhältnis von Neueintragungen zu Konkursen. Obwalden, Uri, Schwyz und Nidwalden verzeichneten gegenüber dem Schweizer Durchschnitt deutlich mehr Gründungen als Insolvenzen. Dagegen weist ein grosser Teil der Ostschweizer Kantone ein unterdurchschnittliches Verhältnis zwischen Konkursen und Neugründungen auf.
In den ersten fünf Monaten 2010 hat es in der Schweiz fast ein Drittel mehr Firmenkonkurse gegeben als im Vorjahr. Insgesamt 2541 Firmen gaben ihre Geschäftstätigkeit auf. Insgesamt 1822 Firmenkonkurse sind dabei auf Insolvenz zurückzuführen (+15 Prozent). 719 Konkurse kamen durch das im Januar 2008 in Kraft getretene Konkursverfahren ohne Konkurseröffnung (OR Artikel 731b) zustande.
284 Firmenkonkurse in Zürich
Im Espace Mittelland (71 Prozent) und in der Ostschweiz (55 Prozent) stieg die Zahl der Konkurse in den ersten fünf Monaten am stärksten an. Am meisten Konkurse durch Insolvenz gab es mit insgesamt 284 betroffenen Firmen in Zürich (33 Prozent).
Ebenfalls eine hohe Anzahl an Konkursen aufgrund von Insolvenzen gab es in den Kantonen Waadt (178), Genf (168) und Bern (136). Die grösste prozentuale Abnahme an Konkursen gegenüber der Vorjahresperiode zeigten Obwalden (-50 Prozent), Thurgau (-21 Prozent) und Genf (- 14 Prozent).
Hohes Risiko im Gastgewerbe und im Bau
Basierend auf den erfassten Konkursen von Januar bis Mai 2010 hat D&B die Konkurswahrscheinlichkeit verschiedener Branchen erfasst. Dabei zeigte sich, dass das grösste Risiko im Gastgewerbe, im Baugewerbe und im Landverkehr/Logistik besteht.
Am wenigsten gefährdet sind dagegen die chemische Industrie/ Pharma, Architekturbüros und Immobilienmakler/-verwaltungen. Das Ausfallrisiko im Gastgewerbe sei mehr als vier Mal höher als in der chemischen Industrie, heisst es in der Mitteilung. (sda)
Erstellt: 22.06.2010, 09:01 Uhr



