Jungfraubahnen spüren Auswirkungen des Terrors

Der warme März bescherte den Bergbahnen tiefere Frequenzen. Doch auch die Anschläge in Europa hielten Asiaten von den Schweizer Bergen fern.

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Die Besucherfrequenzen auf dem Jungfraujoch sind nach den Terroranschlägen in Europa zurückgegangen. Man habe die Auswirkungen des Terrors gespürt, insbesondere beim Asiengeschäft mit den klassischen Europareisen, die nach Frankreich, in die Schweiz und nach Italien führten, sagte CEO der Jungfaubahn-Gruppe, Urs Kessler.

2015 war bei den Besucherzahlen auf das Jungfraujoch erstmals die Millionengrenze geknackt worden. 2016 ging diese Zahl auf 916'000 zurück. Die Besucherfrequenz für «Top of Europe» liegt aber immer noch über dem bisher zweitbesten Ergebnis aus dem Jahr 2014 (866'000 Besucher). Der Verkehrsertrag betrug 100,3 Millionen Franken – 7,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Mit diesem Minus sei man aber «noch mit einem hellblauen Auge davongekommen».

«Messlatte lag hoch»

Trotzdem fuhr das Unternehmen damit das zweitbeste Ergebnis der Geschichte ein, wie Kessler am Mittwoch an der Bilanzmedienkonferenz in Bern sagte. «Nach dem überdurchschnittlichen Rekordvorjahr lag die Messlatte hoch.»

Auch der Einbruch beim Wintersport schlägt sich in den Ergebnissen der Jungfraubahn-Gruppe nieder. Der Gewinn von 30,9 Millionen Franken liegt 2016 um 14,7 Prozent tiefer als im Rekordvorjahr (36,2 Millionen). Für 2017 rechnet Kessler damit, dass die Zahl der Schneesportler «auf sehr tiefem Niveau» stehen bleibt.

Skifahrer tragen nur noch 15 Prozent bei

«Das Marktpotential in Asien ist nach wie vor enorm gross», sagt der Bahndirektor. Sorgen bereitet ihm aber die Entwicklung des Wintersports, dessen Umsatz 2016 seit der Unternehmensgründung 1994 erstmals unter die 20-Millionen-Grenze auf 19,6 Millionen Franken gefallen ist.

Damit tragen die Skifahrer und Snowboarder nur noch 14,7 Prozent zum gesamten Verkehrsertrag der Gruppe (126 Millionen) bei, was wiederum die Abhängigkeit vom Geschäftsfeld Jungfraujoch noch vergrössert. Nicht rosig sieht es laut Kessler auch für die in diesen Tagen zu Ende gehende Wintersaison 2016/2017 aus.

Einsprachen gegen V-Bahn noch nicht vom Tisch

Die Gruppe investierte im Berichtsjahr 50 Millionen Franken. Ein Grossteil wurde für die Beschaffung von neuem Rollmaterial im Hinblick auf das Projekt V-Bahn eingesetzt. Die V-Bahn umfasst den Ersatz der in die Jahre gekommenen Männlichenbahn sowie den Bau einer neuen Gondelbahn – dem «Eiger Express» – von Grindelwald Grund bis zum Eigergletscher. Gegen dessen Linienführung sind noch Beschwerden von Umweltverbänden hängig, die bis vor Bundesgericht gezogen werden könnten.

Auch sperrt sich ein Grundeigentümer gegen das Einräumen eines Überfahrtsrechtes. Wird bis Ende Mai keine Einigung erzielt, wollen die Jungfraubahnen den Rechtsweg einschlagen – im konkreten Fall wäre dies ein Enteignungsverfahren. Ziel bleibt es laut Kessler, die neue Männlichenbahn Ende 2018 und den «Eiger Express» Ende 2019 zu eröffnen. (oli/sda)

Erstellt: 19.04.2017, 21:59 Uhr

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