Schweiz ist siebtgrösster Investor im Ausland

Investitionen im Ausland erleben 2015 den deutlichsten Aufschwung seit der Finanzkrise.

Die Schweiz wirkt finanziell stärker im Ausland mit: Paradeplatz Zürich (Archivbild)

Die Schweiz wirkt finanziell stärker im Ausland mit: Paradeplatz Zürich (Archivbild) Bild: Steffen Schmidt/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Schweiz ist als Zielland von Auslandinvestitionen 2015 auf dem sechsten Platz gelandet und hat damit 32 Plätze gut gemacht. Als Investor im Ausland erreichte sie den siebenten Rang, ein Fortschritt um 146 Plätze. An der Spitze in beiden Kategorien liegen die USA.

Insgesamt erreichten die Auslandinvestitionen im vergangenen Jahr 1760 Milliarden Dollar (1688 Milliarden Franken), wie der am Dienstag in Genf veröffentlichte Investitionsbericht der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) aufzeigt. Das ist ein Zuwachs von 40 Prozent und damit der deutlichste seit der Finanzkrise.

Mehrheitlich Vorteile für Investoren

UNCTAD-Generalsekretär Mukhisa Kituyi wertet das als Zeichen eines nachhaltigen Wachstums der Auslandinvestitionen. In jedem Land gebe es ein Gesetz oder gleich mehrere, welche den Betrag der internationalen Investitionen oder den Besitz eines Unternehmens minderten, kritisierte er.

Es gebe zu wenig Erleichterungen für Auslandinvestitionen, beklagte James Khan, der UNCTAD-Direktor für Investitionen. Immerhin seien 85 Prozent der Gesetzesänderungen im vergangenen Jahr vorteilhaft für Investoren ausgefallen. Die Zahl von Vertragsverhandlungen steige, aber viele Länder strengten sich bei den Investitionserleichterungen nicht gerade an.

Fusionen treiben Investitionswachstum

Die Fusionen und Akquisitionen nahmen 2015 um fast 300 Milliarden Dollar auf 720 Milliarden zu, wie der Bericht ausweist. Sie sind mit einem Anteil von 50 Prozent der Haupttreiber der Auslandinvestitionen.

In die USA floss Investorengeld in der Höhe von 380 Milliarden Dollar nach lediglich 107 Milliarden im Vorjahr. Damit distanzieren die USA Hongkong auf dem zweiten und China auf dem dritten Rang. China war letztes Jahr noch auf dem ersten Platz. Mit 69 Milliarden Dollar Investitionen aus dem Ausland landete die Schweiz auf Platz sieben. 2014 flossen nur 7 Milliarden Dollar als Investitionen ins Land.

Investitionen verdoppelten sich 2015

Nach fünf Jahren massiver Investitionen in Entwicklungsländern drehte der Wind 2015 in Richtung Industrieländer. Die Investitionen verdoppelten sich praktisch und erreichten 962 Milliarden Dollar. Die Unternehmen herausgerechnet, die wegen eines günstigeren Steuerklimas den Sitz wechselten, resultierte ein Wachstum von 15 Prozent.

Trotz der Trendwende profitierten auch die Entwicklungsländer. Die bei ihnen investierten Gelder wuchsen um 9 Prozent auf mehr als 760 Milliarden Dollar, besonders wegen Asien. Die Geldflüsse nach Afrika, Lateinamerika und in die Karibik verringerten sich dagegen. Aber fünf Entwicklungsländer sind unter den zehn hauptsächlichen Zielländern für Investitionen.

70 Milliarden aus der Schweiz

Auf Seite der Unternehmen verfügen mehr als zwei Fünftel über mehrere Nationalitäten, heisst es im Bericht. Die USA investierten 300 Milliarden Dollar im Ausland nach 317 Milliarden 2014. Vor allem floss das Geld nach China und Japan. Die Schweizer Unternehmen steckten 70 Milliarden Dollar ins Ausland.

Nach drei Jahren Rückgang wuchsen die Investitionen der Industrienationen im Ausland um mehr als 30 Prozent auf 1100 Milliarden Dollar. Mit knapp 580 Milliarden hat Europa daran den Löwenanteil.

Im Gegenzug sanken die Investitionen in den meisten Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Preisrückgänge bei Rohstoffen, Währungseinflüsse und politische Faktoren sind dafür verantwortlich. Einzig in China nahmen die Auslandinvestitionen zu.

Offshore-Finanzplätze rückläufig

Die Investitionen in Offshore-Finanzplätzen nahmen nach einem Rekord 2013 weiter ab. Einen neuen Rekord gab es dagegen mit über 70 Streitfällen bei den Konflikten zwischen Staaten und Investoren.

2016 dürften die Auslandinvestitionen angesichts regionaler Spannungen um 10 bis 15 Prozent zurückgehen, was sich schon in den ersten Monaten des Jahres abzeichnete. 2017 rechnet die UNCTAD wieder mit Wachstum. (kat/sda)

Erstellt: 21.06.2016, 20:09 Uhr

Artikel zum Thema

Weg mit all dem Geld!

Grosse Bühne für Apple-Boss: Das US-Wirtschaftsmagazin «Fortune» kommt mit der Story über Tim Cook, der offenbar sein ganzes Vermögen spenden will. Nur eine Investition will er noch tätigen. Mehr...

Zürich unterstützt Autoren mit 260'000 Franken

Zehn Autorinnen und Autoren erhalten dieses Jahr vom Kanton Zürich Geld für publizierte Werke und solche, die im Entstehen sind. Zum Zug kommt unter anderem Peter Stamm. Mehr...

Rio ruft finanziellen Notstand aus

Brasilien Rio de Janeiro steckt wenige Wochen vor den Olympischen Spielen in Schwierigkeiten: Ohne Geld von der Zentralregierung drohe der Zusammenbruch öffentlicher Dienste. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Kommentare

Blogs

Von Kopf bis Fuss Wie merke ich, ob der Orgasmus vorgespielt ist?
Sweet Home 10 Kochtricks, mit denen Sie Eindruck machen
Nachspielzeit Neuer Schub für den Stinkefinger

Werbung

Die Welt in Bildern

Hereinspaziert: Ein chinesischer Ehrengardist öffnet den Vorhang für den französischen Premier Bernard Cazeneuve, der in der Grossen Halle des Volkes in Peking mit einer Willkommenszeremonie empfangen wird. (21. Februar 2017)
(Bild: Mark Schiefelbein/AP) Mehr...