Wirtschaft

Österreich bangt um sein Top-Rating

Aktualisiert am 10.11.2011 56 Kommentare

Die Schuldenkrise könnte bald ihr nächstes Opfer fordern: Laut dem bekanntesten Wirtschaftswissenschaftler des Landes ist das Triple A von Österreich in Gefahr. Doch Finanzministerin Fekter will dies nicht hören.

Das ehemalige Kaiserreich könnte in den Sog der Schuldenkrise geraten: Das österreichische Parlamentsgebäude in Wien.

Das ehemalige Kaiserreich könnte in den Sog der Schuldenkrise geraten: Das österreichische Parlamentsgebäude in Wien.
Bild: Keystone

Abkommen mit China

Die Österreichische Nationalbank (OeNB) hat mit der chinesischen Zentralbank PBC ein Abkommen für Investitionen in China geschlossen. Die Gouverneure der beiden Institute, Ewald Nowotny und Xiaochuan Zhou, hätten die entsprechenden Papiere in Peking unterzeichnet.

Dieses Abkommen ermögliche es der OeNB, Anlagen in der chinesischen Währung über die PBC zu tätigen, teilte die Nationalbank mit.

Es sei die erste derartige Vereinbarung, die die chinesischen Zentralbank People's Bank of China mit einer nicht-asiatischen Zentralbank schliesse. Es handle sich um ein bilaterales Abkommen zwischen den beiden Ländern ohne Einbeziehung der EZB, sagte ein OeNB-Sprecher.(sda)

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Sieht schwarz für Österreich: Der Chef des Wiener Instituts für Höhere Studien, Bernhard Felderer. (Archivbild) (Bild: Reuters )

Schätzt sie die Lage zu optimistisch ein? Die österreichische Finanzministerin Maria Fekter. (Bild: Keystone )

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Die ganze Welt blickt zurzeit auf Italien. Gestern haben die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen die Schwelle überschritten, ab der die Refinanzierung für Italien als unmöglich gilt. Doch der Blick eines Landes muss besonders ängstlich sein. Denn Österreich muss um seine Top-Bonität AAA zittern. Dies berichtet die Zeitung «Financial Times Deutschland». «Österreich sitzt nicht so sicher auf seinem Triple A, wie wir es gerne hätten», sagte Bernhard Felderer, Chef des Wiener Instituts für Höhere Studien.

Die Wirtschaft des ehemaligen Kaiserreichs ist mit der Italiens eng verwoben. Wie die «Financial Times Deutschland» schreibt, haben die österreichischen Banken Forderungen gegenüber Italien in der Höhe von 16,5 Milliarden Euro. Die Bank Austria, eine Tochtergesellschaft der Mailänder Unicredit und grösstes Institut Österreichs, wurde von Ratingagenturen bereits herabgestuft.

Finanzministerin bleibt optimistisch

Beruhigt sich die Lage in Italien nicht, wird es für Österreich ungemütlich. «Es kann passieren, dass auch österreichische Anleihen dann seltener gekauft werden, was auch hierzulande teure Zinsen für die Staatsschuld bedeutet», sagt Felderer.

Die österreichische Regierung scheint die Warnung des bekanntesten Wirtschaftswissenschaftlers des Landes überhören zu wollen. In einem Interview mit dem österreichischen Radiosender Ö 1 sagte Finanzministerin Maria Fekter, dass das Land durch die Sparbemühungen und die Bankenpläne zur Rekapitalisierung für den Fall von Verlusten gut abgesichert sei. «Damit steht das Land stabil da und man kann sagen, unser Triple A ist gesichert», sagte sie.

Moody's Analysten kommen nach Wien

In zwei Wochen könnte sich zeigen, welcher der beiden recht behält. Dann kommen Analysten von Moody’s nach Wien, um die Lage vor Ort zu beurteilen. Noch im Juni hatte die Ratingagentur das AAA für Österreich unter Verweis auf eine sehr hohe Finanzstärke bestätigt. Jedoch fügte die Agentur an, dass das Land nicht so stark spare, wie es könnte. (wid)

Erstellt: 10.11.2011, 10:08 Uhr

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56 Kommentare

René Bitterlin

10.11.2011, 10:36 Uhr
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Ich frage zum wiederholten Male: Wer regiert ? Bald alle Völker Europas werden von US-Ratern angeklagt, europäische Lebenskulturen müssen sich vor diesen US-Bankdelegierten rechtfertigen, ich denke, es reicht ! Die EU ist aufgerufen, den Ausverkauf Europas zu stoppen, es kann nicht sein, dass die Wall Street das Schicksal von Millionen manipuliert ! Antworten


Andy Ungricht

10.11.2011, 11:03 Uhr
Melden 38 Empfehlung

Und Peter Bodenmann (SP)? Der hat doch gesagt, Österreich ginge es so super, da sie in der EU sind. Ach ja sorry, das hat nichts mit dem zu tun. Antworten



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