Östrogen-Therapie für die Finanzmärkte

Aktualisiert am 07.05.2009 1 Kommentar

Zu viel Machos in den Chefetagen der Banken: Das ist laut der britischen Ministerin Harriet Harman der Grund für die tiefe Krise. Sie kennt den Ausweg.

Frauen an die Macht: Harriet Harman greift die Männerdominanz bei den Finanzhäusern an.

Frauen an die Macht: Harriet Harman greift die Männerdominanz bei den Finanzhäusern an.
Bild: Keystone

Neben New York ist der Finanzplatz London am meisten von der Finanzkrise betroffen. Bei den Banken Royal Bank of Scotland (RBS) und Lloyds musste der Staat mit einer Mehrheit einsteigen, um diese vor dem Untergang zu retten.

Wäre alles gar nicht nötig gewesen, wenn Frauen in den Machtzentren der Institute ein gewichtiges Wort hätten mitreden können, das ist zumindest die Meinung der Frauenministerin und stellvertretenden Labour-Parteivorsitzenden, Harriet Harman.

Die Regierung hat es in der Hand

Und jetzt sieht die Frau, welche schon als mögliche Nachfolgerin von Gordon Brown gehandelt wird, ihre Chance gekommen. Im britischen Parlament wird ein Gesetz debattiert, welches die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen eliminieren soll. Im Sog einer solchen Änderung erhofft sich Harman aber auch höhere Frauenquoten in den Chefetagen der Banken.

Wie das im Detail geschehen soll, weiss die Ministerin noch nicht. Was die verstaatlichten Banken RBS und Lloyds betrifft, hat Harman aber klare Vorstellungen. Mit der Regierung an der Macht, sieht sie den Weg geebnet, Frauen in wichtige Positionen zu bringen. «Manchmal müssen wir ungewöhnliche Massnahmen ergreifen, um die gewünschten Resultate zu erreichen», sagte Harman jüngst bei einem Vortrag.

Die «Macho-Kultur» ändern

Eine Studie der britischen Gleichstellungskommission (Equality and Human Rights Commission - EHRC) hat jüngst ergeben, dass britische Bankerinnen und Brokerinnen bis zu 55 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Berufskollegen. Die Diskrepanz bei den Boni liegt bei bis zu 79 Prozent, stellte die Kommission fest. «Der Report zeigt, dass die City völlig versagt hat, ihre Macho-Kultur zu ändern», klagte der Chef des britischen Gewerkschaftsverbandes TUC, Brendan Barber, in einer Reaktion auf die Studie.

Ob Harman mit dem Gleichstellungsgesetz ans Ziel kommt, wird sich weisen. Widerstand ist angekündigt und das nicht nur von der Bankenlobby. Auch die Opposition und sogar Kräfte in der eigenen Partei haben sich dagegen ausgesprochen. (cpm)

Erstellt: 07.05.2009, 15:07 Uhr

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1 Kommentar

Urs Bleiker

07.05.2009, 12:42 Uhr
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Grossmäulige Besserwisserei gepaart mit weiblichem Chauvinismus und Narzismus! Dank Macht sollen Leute nicht aufgrund ihrer Leistung, sondern aufgrund ihres Geschlechts in Spitzenpositionen kommen. Frauen, die für ihre markant tieferen Leistungsprämien keine Selbstverantwortung übernehmen, wohlgemerkt! Borniertheit, Machtseilschaften und Verantwortungslosigkeit als Rezept aus der Krise? Ein Witz!? Antworten



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