Korruption in der Schweiz nimmt zu

Weil die Schweiz immer wieder in internationale Skandale verwickelt ist, fällt sie auf Platz 7 zurück. Das geht aus einer Statistik der Organisation Transparency International hervor.

Jüngster Schauplatz eines Korruptionsskandals der Fifa: Polizeiaufgebot vor dem Zürcher Nobelhotel Baur au Lac. (27. Mai 2015)

Jüngster Schauplatz eines Korruptionsskandals der Fifa: Polizeiaufgebot vor dem Zürcher Nobelhotel Baur au Lac. (27. Mai 2015) Bild: Patrick B. Krämer/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Schweiz ist korrupter geworden. Jedenfalls sieht es die Organisation Transparency International so. In ihrem Ranking fiel die Schweiz vom 5. Platz im Jahr 2014 auf den 7. Rang zurück. Der Corruption Perceptions Index (CPI) misst weltweit die Wahrnehmung der Korruption im öffentlichen Sektor.

Der CPI 2015 erfasst 168 Länder. Dänemark steht zum zweiten Mal an der Spitze, während Nordkorea und Somalia die Schlusslichter bilden, wie es in einer Mitteilung von Transparency International Schweiz heisst. Grösster Absteiger gegenüber dem Vorjahr ist demnach Brasilien; zu den grössten Aufsteigern gehören Griechenland, Senegal und Grossbritannien.

Unter den zehn am wenigsten korrupten Ländern sind überwiegend nord- und mitteleuropäische. So teilen sich Dänemark, Finnland und Schweden den ersten, zweiten und dritten Platz, Norwegen steht auf Platz 5 - genauso wie die Niederlande -, es folgen die Schweiz (7) sowie Deutschland, Grossbritannien und Luxemburg auf dem zehnten Platz. Neuseeland steht an 4. Stelle, Singapur an 8. und Kanada an 9. Stelle.

Korruption im öffentlichen Beschaffungswesen

Den Grund für die Zurückstufung der Schweiz sieht Transparency International in verschiedenen Korruptionsfällen im öffentlichen Beschaffungswesen. Handlungsbedarf sieht die Organisation in mehreren Bereichen.

Noch immer sei bei einem internationalen Korruptionsskandal meistens auch die Schweiz involviert, und noch immer könnten aus korrupten Handlungen stammende Gelder zu leicht ins Land eingeschleust werden; im Privatrecht bestehe ausserdem weiterhin kein angemessener Schutz für Whistleblower; und nach wie vor kenne die Schweiz keine gesetzliche Regelung zur Transparenz der Parteienfinanzierung und der Finanzierung von Wahl- und Abstimmungskampagnen.

Transparency International Schweiz ist eine Sektion von Transparency International und arbeitet nach eigenen Angaben mit Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, den Medien und einem Netzwerk von Experten und Behörden zusammen. Sie finanziert sich demgemäss massgeblich durch Mitgliederbeiträge und Spenden. (nab/sda)

(Erstellt: 27.01.2016, 05:00 Uhr)

Artikel zum Thema

Ex-Fifa-Vize gesteht Korruption

Eugenio Figueredo ist von der Schweiz nach Uruguay ausgeliefert worden. Jetzt legt er ein umfangreiches Geständnis ab. Mehr...

«Egal, wer Fifa-Präsident wird, er muss erst Freunde kaufen»

Der weltweit bekannte Korruptionsbekämpfer Mark Pieth sagt, was er von den Kandidaten hält. Und warum Gier und Korruption unter Funktionären so weit verbreitet sind. Mehr...

Armee fehlt Strategie gegen Korruption

Experten sehen für die Schweiz Nachholbedarf in verschiedenen Punkten der Korruptionsprävention. Ein Bericht vergibt in mehreren Punkten aber auch gute Noten. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Anzeigen

Werbung

Blogs

Politblog Schweizer Zollroulette

Blog Mag Danke, wir checken uns selbst aus

Anzeigen

Die Welt in Bildern

Für die Bösen: Die Grenadiers fribourgeois schiessen eine Ehrensalve am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Estavayer-le-Lac. (26. August 2016)
(Bild: Jean-Christophe Bott) Mehr...