Panama Papers: Fifa-Richter tritt per sofort zurück

Juan Pedro Damiani legt sein Amt als Fifa-Ethikkommissar nieder. Er hatte Geschäfte mit Funktionären verheimlicht, die im Visier der US-Fifa-Ermittler sind.

Der Druck wurde zu gross: Juan Pedro Damiani musste als Mitglied der Fifa-Ethikkommission abtreten.

Der Druck wurde zu gross: Juan Pedro Damiani musste als Mitglied der Fifa-Ethikkommission abtreten. Bild: Keystone

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Seit Gründung der Fifa-Ethikkommission im Oktober 2006 war er Teil des Gremiums: Juan Pedro Damiani, einflussreicher Anwalt aus Uruguay, Präsident des Fussballclubs Atlético Peñarol Montevideo. Jetzt ist er abgetreten. Wie aus Fifa-Kreisen zu erfahren war, hat Damiani am Dienstag per sofort seinen Rücktritt eingereicht. Der 57-jährige Uruguayer ist damit nach dem isländischen Premierminister Sigmundur David Gunnlaugsson der zweite Amtsträger, der im Zuge der Panama-Papers-Recherchen eine offizielle Funktion verliert.

Am Sonntagabend hatten die «SonntagsZeitung», die «Süddeutsche Zeitung» und andere Medien enthüllt, dass ausgerechnet Ethikkommissionär Damiani enge Beziehungen zu Funktionären und Sportvermarktern pflegte, die tief im Fussball-Korruptionssumpf stecken.

Drei Kunden sind Hauptbeschuldigte

Rechtsanwalt Damiani hatte sich unter anderem auf Offshorefirmen spezialisiert. Seine Kanzlei in Uruguays Hauptstadt Montevideo war einer der wichtigeren Kunden von Mossack Fonseca – jenem Unternehmen aus Panama City, dessen Daten ein weltweiter Journalistenverbund seit Monaten auswertet. Dabei kamen rund 400 Briefkastenfirmen zum Vorschein, welche von der Kanzlei J.P. Damiani betreut wurden.

Nicht weniger als drei Briefkasten-Kunden Damianis sind Hauptbeschuldigte in den US-Fifa-Ermittlungen: der ehemalige Fifa-Vizepräsident Eugenio Figueredo sowie die beiden argentinischen Sportvermarkter Hugo und Mariano Jinkis. Figueredo war einer jener Funktionäre, die im Mai 2015 im Zürcher Luxushotel Baur Au Lac verhaftet worden waren. Der 84-Jährige hat bereits gestanden, Schmiergelder angenommen zu haben.

Für Vater und Sohn Jinkis hatte Damiani zwei Briefkastenfirmen betreut, eine auf der südpazifischen Insel Niue und eine im US-Bundesstaat Nevada. Über diese Firmen flossen laut US-Anklage Millionen an Schmiergeldern. Für den Fifa-Vizepräsidenten Figueredo betreute Damianis Kanzlei sogar sechs Offshorekonstrukte, die offenbar eine Reihe von Immobilien hielten.

Ethikkommission zu spät informiert

Damiani war Mitglied der Fifa-Richterkammer, war also an Urteilen über die Ethik-Verfehlungen anderer Funktionäre beteiligt. Er unterstand dem Ethikkodex des Weltverbands und hätte Interessenkonflikte offenlegen müssen. Seine Verbindung zu Eugenio Figueredo und den Jinkis machte er verbandsintern aber nicht publik, auch nach der Verhaftungswelle vom Mai 2015 in Zürich nicht. Erst am 18. März 2016 informierte er – einen Tag, nachdem die recherchierenden Journalisten ihm Fragen zu seinen Offshore-Verbindungen hatten zukommen lassen.

Heute ermittelt die Ethikkommission der Fifa weiterhin gegen Damiani. Dessen Abgang will ein Sprecher nicht kommentieren. Die Frage, ob er provisorisch zu sperren ist, hat sich mit dem Rücktritt allerdings erübrigt. Damiani selbst antwortete nicht auf eine Anfrage. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.04.2016, 16:01 Uhr

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