Säumige Zahler füllen Staatskasse

Die italienische Behörde hat im vergangenen Jahr rund 15 Milliarden Euro von mutmasslichen Steuerbetrügern eingetrieben.

Italiener durften «Steuerfehler» berichtigen: Euronoten im Notenhandel der UBS. (Archivbild)

Italiener durften «Steuerfehler» berichtigen: Euronoten im Notenhandel der UBS. (Archivbild) Bild: Martin Rütschi/Keystone

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Steuerhinterziehung durch Privatpersonen und Unternehmen gilt als eines der grössten Probleme in Italien, der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone. Wie die italienische Steuerbehörde heute mitteilte, hat sie 2015 die Rekordsumme von 14,9 Milliarden Euro von mutmasslichen Steuerbetrügern eingetrieben – 2014 hatte sie 14,2 Milliarden Euro an nicht gezahlten Steuern einkassiert. Die jetzige Summe bedeutet demnach eine Steigerung um mehr als das Dreifache im Vergleich zu den Zahlen von vor einem Jahrzehnt.

Ihren jetzigen Erfolg führt die Steuerbehörde auch auf eine neue Strategie zurück: 2015 versandte sie Schreiben an 315'000 Steuerpflichtige, in denen diese aufgefordert wurden, mögliche «Fehler oder Versehen» schnell zu berichtigen. Im Gegenzug wurden ihnen verringerte Bussgelder in Aussicht gestellt. 156'000 Bürger gingen auf das Angebot ein und überwiesen insgesamt 250 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr schätzte die Regierung, dass dem italienischen Staat dadurch jedes Jahr Einnahmen in Höhe von 90 Milliarden Euro durch die Lappen gehen. Der Unternehmerverband Confindustria schätzte den Ausfall für 2015 im Dezember sogar auf 122 Milliarden, etwa 7,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. (nag/AFP)

(Erstellt: 01.03.2016, 20:57 Uhr)

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