Schweizer Börse auf Talfahrt

Fallenden Rohölpreise und enttäuschende Konjunkturzahlen: Der Schweizer Leitindex SMI verliert über 2 Prozent. Vor allem die Banken-Titel büssten kräftig an Wert ein.

Nach kurzer Erholung sind die Börsen weltweit wieder im Sturzflug: Blick in den Trading Floor der UBS. (3. Oktober 2012)

Nach kurzer Erholung sind die Börsen weltweit wieder im Sturzflug: Blick in den Trading Floor der UBS. (3. Oktober 2012) Bild: Martin Rütschi/Archivbild/Keystone

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Die Schweizer Börse ist am Donnerstag nach zwei Tagen mit steigenden Kursen tief in die Verlustzone gerutscht. Die Erholung sei bereits wieder vorbei, sagten Händler. Die Anleger hätten kein Vertrauen fassen können.

«Die Marktteilnehmer sind sehr nervös, aber noch nicht panisch», sagte ein Händler. Sollte die Schwäche aber anhalten, sei mit einem stärkeren Abverkauf zu rechnen. Der SMI verlor 2,1 Prozent auf 8234 Zähler. Dies ist der tiefste Stand seit rund fünf Monaten. Am Mittwoch war der Leitindex um ein Prozent gestiegen.

Angesichts der fallenden Rohölpreise und enttäuschender Konjunkturzahlen keimten Konjunktursorgen auf. «Der Ölpreiszerfall wird immer stärker als Konjunkturindikator und weniger als Folge eines Überangebots betrachtet», sagte ein Händler. «Die Anleger fürchten, dass angesichts der Konjunkturschwäche in Europa und Asien die US-Wirtschaft in eine Rezession rutschen könnte», sagte ein Händler.

Banken-Titel unter Druck

Besonders unter Druck standen die Aktien der Banken. Sie litten laut Händlern an Tagen, an denen die Börsen grössere Einbussen verzeichneten, meist am stärksten. Den heftigsten Abschlag verbuchten die Credit-Suisse-Papiere mit einem Minus von 4,7 Prozent auf 18,93 Franken. Die Aktien der UBS büssten 3,1 Prozent auf 17,11 Franken ein. Die Anteile der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel wurden um knapp vier und gut zwei Prozent tiefer gehandelt.

Die Aktien von Richemont verloren 2,75 Prozent. Die Aktien des Luxusgüterkonzerns sanken nach einem festeren Start auf den tiefsten Stand seit November 2012. Ein schleppendes Weihnachtsgeschäft in Europa und die anhaltende Schwäche in Hongkong und Macao machten Richemont zum Jahresende einen Strich durch die Rechnung.

Schlechte Aussichten für Richemond

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 erzielte der Hersteller von Cartier-Schmuck und Edeluhren der Marken Piaget und IWC 2,93 Milliarden Euro Umsatz, währungsbereinigt um vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das und die gedämpften Aussichten – Richemont erwartet ein schwieriges viertes Quartal – veranlassten die Anleger zu Verkäufen. Die Anteile von Rivale Swatch sanken um 0,3 Prozent. Sie notierten kurzzeitig auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2011.

Die Indexschwergewichte Nestlé, Novartis und Roche, die sich wegen ihres Status als krisensichere Anlagen an schwachen Börsentagen oft besser als der Markt schlagen, büssten mit Abschlägen von 1,5 Prozent und mehr ebenfalls kräftig an Wert ein. (bee/sda)

(Erstellt: 14.01.2016, 14:25 Uhr)

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