Währungsmanipulation – Schweiz im Visier der USA

Das US-Finanzministerium kritisiert die Interventionen der SNB zur Schwächung des Frankens. Was die Nationalbank aus Sicht der USA stattdessen tun sollte.

 «Wenn wir intervenieren, tun wir das nicht, um der Schweiz Vorteile durch eine unterbewertete Währung zu verschaffen»: SNB-Präsident Thomas Jordan, hier bei einer Medienkonferenz in Bern. (15. Dezember 2016)

«Wenn wir intervenieren, tun wir das nicht, um der Schweiz Vorteile durch eine unterbewertete Währung zu verschaffen»: SNB-Präsident Thomas Jordan, hier bei einer Medienkonferenz in Bern. (15. Dezember 2016) Bild: Keystone

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Die Schweiz bleibt auf der US-Beobachtungsliste für Währungsmanipulation. In einem in der Nacht auf Samstag veröffentlichten Bericht kritisierte das US-Finanzministerium die milliardenschweren Interventionen der Schweizer Nationalbank SNB zur Schwächung des Frankens.

Diese sollten transparent gemacht werden, erklärten die Amerikaner. Zudem solle die Schweiz ihre Eingriffe in den Devisenmarkt darauf beschränken, kurzfristige Höhenflüge des Frankens im Zuge akuter Krisen zu unterbinden.

Der Schweizer Franken gilt bei Investoren als sicherer Hafen und ist daher besonders in turbulenten Zeiten gefragt. Die SNB will eine Aufwertung der aus ihrer Sicht bereits überbewerteten Währung aber mit allen Mitteln verhindern. Denn ein starker Franken macht Schweizer Waren im Ausland teuer und bremst damit die exportorientierte Wirtschaft.

Zinsen statt Interventionen

Die Notenbank schwächt den Franken daher gezielt über Interventionen am Devisenmarkt. Dabei drückt sie Franken und kauft im Gegenzug etwa Euro. Die USA schätzen den Umfang der Interventionen der SNB im vergangenen Jahr auf netto 66 Milliarden Dollar.

Statt zu intervenieren, könne die Schweiz auf traditionelle geldpolitische Instrumente wie die Zinsen setzen, um die Inflation zu steuern, heisst es in dem halbjährlich veröffentlichten US-Bericht. Die Zinsen in der Schweiz liegen aktuell bei minus 0,75 Prozent und zählen bereits zu den tiefsten weltweit.

SNB wehrt sich

Die SNB war den Vorwürfen bereits entgegengetreten: «Wenn wir intervenieren, tun wir das nicht, um der Schweiz Vorteile durch eine unterbewertete Währung zu verschaffen», hatte SNB-Präsident Thomas Jordan in einem Interview gesagt.

Neben der Schweiz bleiben auch China, Japan, Korea, Taiwan und Deutschland auf der Beobachtungsliste. Keines dieser Länder erfüllt derzeit jedoch die Kriterien der USA, als Währungsmanipulator zu gelten. (woz/sda)

Erstellt: 15.04.2017, 10:14 Uhr

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