Warum Apple die iPhone-Produktion drosselt

Weniger neue iPhones für die Schweiz: Wie schlimm steht es wirklich um die Verkaufszahlen des iPhone 6S?

Apple-Kunden greifen in der Schweiz gerne auch zum älteren iPhone-Modell.

Apple-Kunden greifen in der Schweiz gerne auch zum älteren iPhone-Modell. Bild: Reuters

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Die Meldung schickte die Apple-Aktie gestern auf Talfahrt: Das Unternehmen senke die Produktion der neuesten iPhone-Modelle 6S bzw. 6S Plus um 30 Prozent gegenüber der ursprünglichen Planung im ersten Quartal. Dies meldete die japanische Zeitung «Nikkei» mit Bezug auf Aussagen von Apple-Zulieferfirmen.

Ursprünglich sei die Vorgabe gewesen, dieselbe Menge zu produzieren wie beim Vorgängermodell iPhone 6 und 6 Plus ein Jahr zuvor. Der Verkaufsstart verlief zwar aus Sicht von Apple wunschgemäss mit einem um 13 Millionen Geräte höheren Absatz. Doch das scheint nur ein Anfangserfolg gewesen zu sein. Jetzt zeigt sich, dass sich das neue Modell nicht erwartungsgemäss verkauft.

Die Drosselung der Produktion soll sich nur auf das erste Quartal beschränken. Danach soll wieder die ursprünglich budgetierte Menge hergestellt werden. Die Modelle iPhone 6S und 6S Plus kamen am 25. September auf den Markt. Sie lösten die Versionen 6 und 6 Plus ab. In der Schweiz erfolgte der Verkaufsstart zwei Wochen später.

S-Modelle generell schlechter verkauft

Dass sich das iPhone 6S nicht erwartungsgemäss verkauft, ist auch auf dem Schweizer Markt zu hören. Bis zu 20 Prozent seien die verkauften Stückzahlen kleiner als beim Vorgängermodell im vergleichbaren Zeitraum, ist aus der Branche zu hören. Für den Onlinehändler Digitec ist die Entwicklung keine Überraschung: «Dass sich die S-Versionen etwas weniger gut verkaufen als die ursprünglichen Modelle, war bereits bei den iPhone-Versionen 4 und 5 so», sagt Sprecher Lino Bugmann.

Tatsächlich waren die Neuerungen beim Modell S gegenüber der Vorgängervariante überschaubar: ein schnellerer Prozessor, eine bessere Kamera und vier statt wie vorher drei Gehäusefarben. Zudem eine neue Funktion namens 3-D Touch, mit der verschiedene Funktionen über den Bildschirm je nach Druckstärke ausgelöst werden können. Gerade bei dieser neuen Funktion ist von iPhone-Nutzern die Kritik zu hören, dass sie erst von wenigen Apps unterstützt werde.

Kompliziertere Planung mit mehr Modellen

Für Apple war die Planung der Produktion beim neusten Modell eine besondere Herausforderung: Denn erstmals bot der Hersteller drei Gerätegenerationen gleichzeitig an: 5S, 6 und 6S. Die älteren Modelle sind zwar seit dem Verkaufsstart der 6S-Reihe nur noch mit kleinerer Auswahl beim Speicher erhältlich, und das iPhone 6 ist nicht mehr als Gold-Variante zu haben. Dennoch scheinen die früheren Modelle, die bereits ab 520 Franken erhältlich sind, weiterhin beliebt zu sein, wie mehrere Händler im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet bestätigen.

René Schneider, Geschäftsleitungsmitglied beim Apple-Händler Data Quest, erklärt dies mit der Leistungsdichte bei den aktuell erhältlichen Modellen, die generell sehr hoch sei. «Dennoch verkaufen wir heute mehr iPhones 6S als Vorgängermodelle im vergangenen Jahr.»

Laut Schilderungen von anderen Händlern, die nicht genannt werden wollen, führt diese Leistungsdichte hingegen dazu, dass Kunden die 120 Franken sparen, die das ältere iPhone 6 günstiger ist als das neue Modell. Diesen Faktor scheint Apple bei der Planung der Produktion unterschätzt zu haben.

Die Schweizer Apple-Niederlassung war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Das Unternehmen veröffentlichte eine Meldung zum Verlauf des Weihnachtsgeschäfts und bejubelte Rekordzahlen für den App Store. «Der App Store hatte eine Weihnachtszeit für die Geschichtsbücher. Wir sind begeistert, dass unsere Kunden so viele Apps für iPhone, iPad, Mac, Apple Watch und Apple TV heruntergeladen und daran Gefallen gefunden haben. Allein im letzten Jahr haben Kunden im App Store mehr als 20 Milliarden US-Dollar ausgegeben», sagte Philip Schiller, Senior Vice President Worldwide Marketing von Apple.

Der Aktie brachte diese Meldung nichts. Sie bewegte sich nach Börsenstart heute in New York weiter ins Minus. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 06.01.2016, 19:47 Uhr)

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