Zalando-Päckli stauen sich auf dem Rückweg

Der Onlineanbieter ertrinkt nach den Festtagen in der Flut von Paketen, die zurückspediert werden.

Die Möglichkeit, die Ware zurückzusenden, überfordert nach den Festtagen die Zalando-Logistik.

Die Möglichkeit, die Ware zurückzusenden, überfordert nach den Festtagen die Zalando-Logistik. Bild: Keystone

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Zalando konnte im vergangenen Jahr einen Umsatzrekord einfahren. Das ist bereits klar, bevor die offiziellen Zahlen vorliegen – anhand der bisherigen Quartalsberichte.

In der Schweiz traut das Beratungsunternehmen Carpathia dem Onlinehändler einen Umsatz von 400 Millionen Franken zu. Das wäre fast die Hälfte des Umsatzes, den Schweizer Konsumenten 2015 ausländischen Onlineanbietern beschert haben. Die Credit Suisse hat dieses Volumen in ihrem Anfang Woche veröffentlichten Detailhandelsreport mit 900 Millionen Franken ausgewiesen.

Jetzt, im Nachgang zu den Festtagen, wird Zalando Opfer des eigenen Erfolgs. Die Möglichkeit, die Ware kostenlos zurückschicken, hat Zalando bei den Kunden beliebt gemacht. Wegen dieses Service ist nun die Logistik am Anschlag.

Kunden werden bei der Rücksendung auf die Geduldsprobe gestellt. «Durch den saisonal bedingten Ausverkauf sowie ein hohes Bestellaufkommen, kommt es vorübergehend zu einer verzögerten Bearbeitung von Rücksendungen. Wir benötigen daher noch etwas Zeit, Ihre Rücksendung zu prüfen», werden Schweizer Kunden informiert.

«Wenige Tage» Geduld

Zalando bestätigt auf Anfrage die Engpässe: «Es geht um wenige Tage, die sich die Kunden zusätzlich gedulden müssen», sagt eine Sprecherin. Man erwarte, dass die Engpässe in Kürze vorüber seien. Auch rund um weitere Festtage wie etwa Ostern könne es jeweils zu solchen Verzögerungen kommen. Konkrete Massnahmen, um diese Spitzen bei den Volumen besser zu bewältigen, plant Zalando offenbar aktuell nicht.

Im Gegensatz zu Amazon. Der Onlinehändler will sich in Deutschland unabhängiger von Paketdiensten wie DHL oder Hermes machen und damit beginnen, Sendungen selber zuzustellen, wie die Nachrichtenagentur AWP mit Verweis auf die «Deutsche Verkehrs-Zeitung» meldet. Es ist der Versuch, Engpässe aufgrund des Booms im Onlinehandel zu beseitigen. In München unterhält Amazon bereits im Rahmen eines Pilotbetriebs ein Verteilzentrum. «Zunächst werden wir andere Metropolen angehen und in Stadtnähe Verteilzentren aufbauen», sagte Amazon-Manager Bernd Schwenger dem Branchenblatt.

Pegel der Paketflut bleibt auch nach Weihnachten hoch

Die festtägliche Paketflut stellt auch die Post vor neue Herausforderungen. Zum einen hat das Paketvolumen im Dezember bis zum Weihnachtstag mit über 18 Millionen erneut einen Rekord erreicht. Im Vorjahr waren es knapp 18 Millionen, 2013 waren es 17 Millionen gewesen. Zum anderen ist die Verschnaufpause nach den Festtagen nur kurz: «Unmittelbar nach Weihnachten fällt die Paketmenge jeweils kurz unter den üblichen Tagesdurchschnitt. Nach Neujahr erreicht das Volumen dann ein leicht überdurchschnittliches Niveau», sagt Sprecher Bernhard Bürki.

Die Zalando-Päckli werden über das Paketzentrum in Frauenfeld abgewickelt. Die Anlage dort wurde erst kürzlich erweitert. «Wir haben keine Kapazitätsprobleme», sagt Bürki.

Die Auswertungen laufen noch, doch die Post erwartet für das ganze Jahr 2015 ein weiteres Wachstum bei der Paketmenge um 2 Prozent. Im ersten Halbjahr hatte die Paketmenge um 2,2 Prozent auf 55,8 Millionen Pakete zugenommen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 07.01.2016, 16:33 Uhr)

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