Swisscom stampft Whatsapp-Verschnitt ein

Nach vier Jahren wird die Schweizer Messaging-App iO aus dem Verkehr gezogen. Der Digital-Chef der Swisscom erklärt die Gründe.

Mit grossen Hoffnungen gestartet: Die neue Messaging-App wird im Juni 2013 vorgestellt. (Archiv)

Mit grossen Hoffnungen gestartet: Die neue Messaging-App wird im Juni 2013 vorgestellt. (Archiv) Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Im Sommer 2013 lancierte die Swisscom ihre Messaging-App iO. Damit konnte man neben Textnachrichten auch mit anderen Usern der App telefonieren – ein Service, den Konkurrent Whatsapp zu jenem Zeitpunkt noch nicht geboten hatte.

Nun kündigte der Telekommunikationskonzern das Aus von iO an. Die Nutzer der App erhielten heute eine Nachricht mit folgendem Inhalt: «Danke für deine langjährige Treue zu iO. Wir haben uns jedoch entschieden, den Service per 31. August 2017 einzustellen.»

Roger Wüthrich-Hasenböhler, Digital-Business-Chef der Swisscom, erklärt die Gründe für das Ende von iO. «Als wir vor vier Jahren starteten, war Whatsapp schon relativ gut etabliert. Unser Ziel war allerdings, Messaging und Telefonie ins herkömmliche Netz in einer App zu verbinden.» Als Whatsapp 2015 mit einer Telefonie-Funktion nachzog, sei dieses «Differenzierungsmerkmal» bei iO weggefallen.

Da gerade im Bereich Messaging die Kunden meist nicht mehrere Apps nutzten, sei es sehr schwierig als Schweizer Unternehmen gegen den Hauptkonkurrenten aus den USA anzutreten, sagt Wüthrich-Hasenböhler weiter. «Die Kunden konzentrieren sich primär auf das heute zu Facebook gehörende Whatsapp.»

Rund zehn Arbeitsstellen betroffen

Der Digital-Chef bedauert, dass es bis heute keine europäische Antwort auf Facebook, auf Twitter oder Youtube gibt, «aus wirtschaftlichen Gründen, weil so gigantische Summen aus Europa abfliessen, die hier viele Arbeitsplätze schaffen könnten.»

Von der iO-Schliessung sind rund zehn Swisscom-Stellen betroffen. Für die Mitarbeiter werde eine interne Lösung gesucht, sagt Wüthrich-Hasenböhler, in Einzelfällen könne es auch zu Kündigungen kommen. Dafür bestehe aber ein Sozialplan, betont er. (chi)

Erstellt: 17.05.2017, 12:42 Uhr

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