1700 Milliarden Franken Kundengelder weg: Welche Banken wie viel verloren
Weniger Kunden vertrauen ihr Geld Schweizer Banken an: Im vergangenen Jahr wurden Vermögen in der Höhe von 1700 Milliarden Franken abgezogen.
Das Westschweizer Fachmagazin «Private Banking» hat die Geschäftsberichte der wichtigsten Banken ausgewertet und kommt zu einem besorgniserregenden Ergebnis: Die von Schweizer Banken verwalteten Kundengelder (Assets under Management), schrumpften im vergangenen Jahr um nicht weniger als 1700 Milliarden Franken.
Lagen bei Schweizer Banken im vergangenen Jahr noch 6900 Milliarden Franken, waren es letztes Jahr nur noch 5200 Milliarden Franken. Dabei zeigt sich, dass nicht nur die Grossbank UBS massiv Federn lassen musste – und auch viele Privatbanken verzeichnen einen Rückgang der Kundengelder von 20 und 30 Prozent. Spitzenreiter des Verlierer-Rankings ist die Schweizer Privatbank Syz.
Die UBS liegt mit einem Minus von 30 Prozent auf Platz 6 der Rangliste der schlechtesten Vermögensverwalter. Die Credit Suisse, die nicht unter den zehn grössten Verlierern rangiert, musste im Private Banking einen Kundengeldrückgang von 20,7 Prozent hinnehmen.
Den Vermögensabfluss bei der Grossbank UBS konnten die Gewinner der Krise – die Raiffeisen-Gruppe und die Kantonalbanken – bei weitem nicht kompensieren. Die Erhebung zeigt, dass ein ansehnlicher Teil der verwalteten Vermögen von den Kunden abgezogen und im Ausland platziert wurde.
Arg zugesetzt hat die Finanzkrise insbesondere den ausländischen Banken, die in der Schweiz angesiedelt sind. Unter den zehn grössten Verlierern befinden sich mit der Bank Syz und der UBS nur gerade zwei Schweizer Banken. Einen Verringerung der verwalteten Vermögen von fast 30 Prozent musste auch die Deutsche Bank hinnehmen – dies, obwohl die Grossbank unter der Leitung von Joe Ackermann das Sturmtief an den Finanzmärkten vergleichsweise gut umschifft hat.
Die Bankiervereinigung geht davon aus, dass die Schrumpfung der verwalteten Kundengelder nicht in erster Linie auf einen Abfluss ins Ausland zurückzuführen sind. «Es handelt sich vielmehr um Umschichtungen und börsenbedingte Rückgänge», erklärt Sprecher Thomas Sutter auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet.
(dvp)
Erstellt: 11.06.2009, 16:58 Uhr
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