390 Mal Wartungsarbeiten verschleppt
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Die «Sunday Times» berichtete unter Berufung auf eine interne Überprüfung von BP, an der Plattform habe es vor Beginn der Katastrophe schwere Sicherheitsmängel gegeben. Sie habe nicht in vollem Umfang den Sicherheitsstandards des Konzerns entsprochen.
So seien in den sieben Monaten vor der Explosion der vom Auftragnehmer Transocean betriebenen «Deepwater Horizon» 390 Wartungsarbeiten mehr als vier Wochen überfällig gewesen, schieb das Blatt. Darunter seien auch Arbeiten an Teilen des Bohrloch-Absperrventils gewesen, das am Tag des Unglücks nicht funktionierte.
Mehr als sechs Milliarden
Mit der Explosion der Bohrplattform Ende April begann die grösste Ölkatastrophe der Geschichte, bei der nach jüngsten Schätzungen mehr als 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer geflossen sind. Das Leck in der Ölquelle ist nach monatelangem Kampf inzwischen abgedichtet, und die Aufräumarbeiten haben begonnen. Zugleich laufen noch Entlastungsbohrungen.
Wie am Montag ebenfalls bekannt wurde, hat die Ölpest im Golf von Mexiko den britischen Ölkonzern BP inzwischen mehr als sechs Milliarden Dollar gekostet. Das Unternehmen bezifferte den bisherigen Aufwand auf 6,1 Milliarden Dollar. Darin enthalten sind die Ausgaben für die Versiegelung des defekten Bohrlochs, die Beseitigung der Umweltschäden und erste Ausgleichszahlungen für Betroffene, wie BP am Montag mitteilte.
Rückstellungen von 32,2 Milliarden
Allerdings kommt ein Grossteil der Kosten erst noch. So drohen enorme Schadensersatz-Forderungen. Darüber hinaus muss BP auf Drängen von US-Präsident Barack Obama in den kommenden dreieinhalb Jahren 20 Milliarden Dollar in einen Entschädigungsfonds einzahlen.
In seiner Bilanz hat der Konzern bereits Rückstellungen von 32,2 Milliarden Dollar gebildet. Diese Summe kann aber noch steigen, wie das Unternehmen Ende Juli deutlich machte. Um an das nötige Geld zu kommen, will BP Unternehmensteile verkaufen. Bis zu 30 Milliarden Dollar sollen so in die Kassen fliessen. (sam/dapd)
Erstellt: 09.08.2010, 07:41 Uhr
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