ABB muss Rückschläge einstecken

Die ABB verzeichnet ein Viertel weniger Gewinn. Schuld ist unter anderem die lahmende Erdöl- und Erdgas-Industrie.

Schlechte Zahlen auch wegen der Wechselkurssituation: die ABB in Baden (9. September 2014)

Schlechte Zahlen auch wegen der Wechselkurssituation: die ABB in Baden (9. September 2014) Bild: Walter Bieri/Keystone

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Der Energietechnikkonzern ABB hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz- und Gewinneinbruch erlitten. Bei den Einnahmen ging es um 11 Prozent auf 35,4 Milliarden Dollar nach unten. Der Konzerngewinn 2015 gab im Vorjahresvergleich sogar um 25 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar nach.

Als Hauptgründe für das vergleichsweise schlechte Abschneiden gibt das Unternehmen die Wechselkurssituation an, die besonders von der starken Konzernwährung, dem Dollar, getrieben gewesen war. Zudem habe das widrige Marktumfeld und dort insbesondere fehlende Aufträge aus der Erdöl- und Erdgasindustrie die Firma belastet.

Quartalsgewinn um 70 Prozent reduziert

Der Cashflow aus operativer Tätigkeit, ein genereller Gradmesser für den Fortgang der Geschäfte von Unternehmen, ging 2015 um 1 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar zurück.

Das vierte Quartal des zurückliegenden Geschäftsjahres war insgesamt für den Konzern sehr schwierig. So sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar. Selbst auf vergleichbarer Basis ging es um 1 Prozent zurück. Der Quartalsgewinn reduzierte sich um 70 Prozent auf 204 Millionen Dollar. Von Oktober bis Dezember sind allein für Restrukturierung rund 500 Millionen Dollar angefallen.

Ziele nicht erreicht

ABB hat für das Jahr 2015 zwei der fünf selbst gesteckten Ziele nicht erreicht. So peilte das Unternehmen ursprünglich ein Wachstum auf vergleichbarer Basis zwischen 3 und 6 Prozent an. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es aber nur ein Nullwachstum. Bereits im September 2015 hatte das Management dieses mittelfristige Ziel nach unten angepasst, allerdings konnte 2015 somit nicht einmal dieses verringerte Anspruchsniveau erreicht werden.

Das zweite Ziel, das nicht erfüllt wurde, war die operative Gewinnsteigerung je Aktie, die zwischen 10 und 15 Prozent liegen sollte, aber 2015 nur bei 5 Prozent zu erliegen kam.

Trotz alldem schlägt das Management der Generalversammlung vom 21. April 2016 eine Dividendenerhöhung um 2 Rappen auf 0.74 Franken je Aktie vor. Laut Konzernangaben ist dies demnach die siebte Dividendenerhöhung in Folge.

Gleichzeitig mit der Bekanntgabe der Jahresergebnisse teilte ABB mit, dass vier neue Verwaltungsräte der Generalversammlung zur Wahl vorgeschlagen werden. Dabei handelt es sich um Frederico Fleury Curado, Robyn Denholm, David Meline und Satish Pai. Das langjährige Mitglied des Verwaltungsrates, Roger Agnelli, stehe laut Konzernangaben nicht mehr zur Wiederwahl.

Kurs erholt sich

Die ABB-Aktien sind im heutigen Handel wieder gefragt. Der Aktienkurs steht vor 10.30 Uhr um 2,65 Prozent höher als am Vorabend. Damit setzen die Titel die Kurserholung der vergangenen Tage fort, nachdem die Valoren seit Ende November markant nach unten gefallen waren. Der Gesamtmarkt gemessen am SMI steht zur gleichen Zeit gestützt von ABB und Syngenta mit knapp 0,5 Prozent im Plus.

Positiv vermerkten die Analysten die Wende in der Problemsparte Power System sowie bei den tieferen Kosten im Corporate Center. Das Highlight im ABB-Abschluss sieht die Bank Vontobel in der guten Kostenkontrolle und der über den Erwartungen ausgefallenen Profitabilität. (kat)

(Erstellt: 03.02.2016, 11:00 Uhr)

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