Wirtschaft
AZ Medien mit Gewinneinbruch – Sparprogramm eingeleitet
Das Medienunternehmen will auf die Ausschüttung einer Dividende verzichten. Das Geschäftsjahr sei «unbefriedigend verlaufen», sagte Verleger Peter Wanner in einem Interview mit der AZ vom Mittwoch. Gründe seien die Wirtschaftskrise und der Einbruch bei den Inserateeinnahmen.
Auf das Geschäftsergebnis drückten auch die Kosten des im September 2007 lancierten «Sonntag» sowie die Projektkosten der Online-Plattform «a-z.ch», wie die AZ Medien in einem Communiqué mitteilten. 2007 war der Gewinn 24,2 Prozent eingebrochen.
Tele M1 unter den Erwartungen
Die Zeitungsverlage erzielten 2008 einen Betriebsertrag von 119,1 Millionen Franken. Dies entspricht einem Anteil 59 Prozent am praktisch konstanten Gesamtbetriebsertrag von 201,2 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis fiel um 67,4 Prozent auf 2,6 Millionen Franken.
Beim Regionalfernsehen Tele M1 liegt das Ergebnis unter den Erwartungen, wie es hiess. Das Medienunternehmen hatte bereits 2008 mit Gebührengeldern gerechnet. Wegen einer mittlerweile erledigten Einsprache kam es zu Verzögerungen. Radio Argovia erzielte dagegen ein gutes Resultat.
Sparprogramm eingeleitet
Um das Betriebsergebnis zu verbessern, beschloss das Unternehmen «einschneidende Sparmassnahmen» und einen Personalabbau. Ende 2008 beschäftigten die AZ Medien 809 Mitarbeitende. Dies entspricht 643 Vollzeitstellen.
Bei der «Basellandschaftlichen Zeitung» (bz) und der «Solothurner Zeitung» (SZ) wurde gemäss Wanner ein «rigoroses Sparprogramm» eingeleitet. Genauere Angaben machte er nicht. Beide Titel gehören zum Verbund «Mittelland Zeitung» (MZ). Die AZ Gruppe übernahm die SZ und ihre Kopfblätter rückwirkend auf den 1. Januar 2009 zu 100 Prozent.
Wanners Sohn im Verwaltungsrat
Wanner rechnet mit Einsparungen von einem «höheren einstelligen Millionenbetrag». Ziel sei es, im laufenden Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen, sagte der Verleger. Die AZ Medien seien mit einer Eigenkapitalquote von 55 Prozent solide finanziert.
Wegen des eingebrochenen Gewinns beantragt der Verwaltungsrat, für 2008 keine Dividende zu bezahlen. Neu in den Verwaltungsrat gewählt werden soll Wanners 26-jähriger Sohn Michael. Nachdem Michael Wanner die Studien an der HSG in St. Gallen abschloss, absolviert er derzeit eine Ausbildung beim deutschen Verlagskonzern Gruner&Jahr in Hamburg. (sam/sda)
Erstellt: 13.05.2009, 10:16 Uhr
Wirtschaft
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 26.05.2012Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 26.05.2012Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 26.05.2012UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang



