Wirtschaft
Abt Martin rät Vasella, seine Millionen-Abfindung zu überdenken
Von Lynn Scheurer. Aktualisiert am 19.02.2013 44 Kommentare
Bildstrecke
Dossiers
Artikel zum Thema
- Aktionäre sollen Anzeige gegen Vasella prüfen
- Heitz klagt gegen Novartis
- «Diese Mentalität erschüttert das Vertrauen in die Wirtschaft»
- Vasella verlässt die Schweiz in Richtung USA
- Novartis sucht Vasellas Verräter
- Beratervertrag mit Daniel Vasella verursacht neuen Ärger
Teilen und kommentieren
Die Redaktion auf Twitter
Folgen Sie dem Ressort auf dem Kurznachrichtendienst
SwissquoteExklusiver Trading-Partner
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Ein Kirchenmann und ein Topmanager, die sich gegenseitig kennen und helfen: Daniel Vasella beriet das Kloster Einsiedeln in finanziellen Fragen. Er half Abt Martin bei der Neuausrichtung der Stiftsschule und vermittelte kostenlose Unterstützung durch die Beratungsfirma McKinsey. «Ich schätze Herrn Vasella als Menschen sehr und bin dankbar, dass er bereit ist, seine grossen Erfahrungen in den Dienst unserer Klostergemeinschaft zu stellen», sagte Martin Werlen einmal. Er selbst beriet Vasella und andere Topshots aus der Wirtschaft schon an der hochgeheimen Rive-Reine-Konferenz. Er war auch dabei, als die Teilnehmer 2010 darüber berieten, wie sie die Abzockerinitiative bodigen wollten.
Umso überraschender fällt Abt Martins Reaktion auf die 72 Millionen Franken aus, die der Novartis-Konzern seinem scheidenden Präsidenten zugesichert hat: «Ich hoffe, dass die involvierten Personen auf diese Abmachung zurückkommen», sagte er gestern auf Anfrage des TA. Das lohne sich für alle. «Ein solcher Schritt würde Grösse zeigen und Respekt verschaffen.»
Erste Stellungnahme zur Abzockerfrage
Damit nahm der Klostervorsteher zum ersten Mal überhaupt Stellung zur Abzockerfrage. Bisher scheute er sich davor, bei diesem Thema Farbe zu bekennen. 2003 vom Magazin «Persönlich» auf Manager-Boni angesprochen, fand er noch: «Davon verstehe ich zu wenig. Man darf auch diesen Leuten gegenüber nicht ungerecht werden.» Und zu Vasella, der damals bereits 20 Millionen pro Jahr verdiente: «Ich glaube, es ist ungerecht, einen Einzelfall hervorzuheben.» Ein Jahr später wurde er diesbezüglich gegenüber der katholischen Presseagentur Kipa konkreter: «Was er mit seinem Vermögen macht, ist seine private Angelegenheit.» Nun wünscht sich Werlen, dass Novartis (NOVN 71.25 -0.28%) und ihr Verwaltungsratspräsident den umstrittenen Millionen-Deal überdenken. Ob Vasella weiterhin als Berater des Klosters tätig sein wird, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen.
Werlen hat einen guten Draht zur Wirtschaft. 2006 gründete er ein Gremium, welches das Kloster in wirtschaftlichen Fragen beraten soll. Er engagierte neben Vasella auch Franz Humer, Verwaltungsratspräsident von Roche, sowie Rainer E. Gut, ehemaliger Präsident von Credit Suisse und Nestlé. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 19.02.2013, 06:54 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
44 Kommentare
Wer aktiv und bewusst ein Gremium gründet mit den oben erwähnten Wirtschaftsgrössen, der hat auch einen direkten eigenen Bezug zu deren Werten, sprich Gier und Macht. Für mich ist der Vorsteher des reichen Klosters Einsiedeln schon länger suspekt in dieser Frage. - "Wasser predigen und Wein trinken" kann sich die Kirche generell nicht mehr erlauben. Das wird immer mehr durchschaut und abgelehnt. Antworten
Wirtschaft
Abopreise vergleichen
Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.



Bitte warten


























