Wirtschaft

Ackermann wieder obenauf

Von Robert Mayer. Aktualisiert am 05.02.2010

Die Deutsche Bank knüpft beim Gewinn an die Zeiten vor der Krise an, macht sich aber immer stärker vom Investmentbanking abhängig.

Josef Ackermann: Das Schreckensjahr 2008 abgehakt.

Josef Ackermann: Das Schreckensjahr 2008 abgehakt.
Bild: Keystone

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Die Deutsche Bank (DBN 29.39 1.07%) weist für 2009 wieder einen beachtlichen Reingewinn von 5 Milliarden Euro aus, nach einem Minus von 3,9 Milliarden im vorangegangenen Schreckensjahr. Gleichwohl waren Beobachter von Konzernchef Josef Ackermanns gestrigen Darlegungen in Frankfurt nicht sonderlich angetan. Für Ernüchterung sorgte insbesondere der Abschluss im vierten Quartal.

Spuren der Bonussteuer

Der Reingewinn des Schlussquartals übertraf zwar mit 1,3 Milliarden Euro die Analystenprognosen deutlich. Über eine halbe Milliarde Euro «verdiente» die Deutsche Bank aber allein mit Steuergutschriften in den USA, die aufgrund der Milliardenverluste vor einem Jahr angefallen waren. Offenbar gar nicht auf der Rechnung hatten die Analysten die aus der britischen Bonusssteuer herrührenden Belastungen, die sich beim grössten deutschen Geldhaus im vierten Quartal auf 225 Millionen Euro beliefen. Daher lag der Quartalsgewinn vor Steuern mit 756 Millionen signifikant hinter ihren Vorhersagen zurück. Ackermann hatte bereits früher durchblicken lassen, dass er die Sondersteuer auf die gesamte Bank respektive deren Aktionäre abwälzen wolle.

Davon abgesehen, litt das Ergebnis im Schlussquartal unter den geringeren Volumina im Handel mit Aktien und festverzinslichen Papieren (was zuvor schon die Quartalsabschlüsse der US-Investmentbanken hatten erkennen lassen). Dabei ist die Deutsche Bank mehr denn je vom Investmentbanking abhängig: 2009 steuerte dieses – beflügelt von einem massiven Zuwachs bei Anleihenemissionen – gut zwei Drittel zum Vorsteuergewinn von 5,2 Milliarden Euro bei, verglichen mit einem Anteil von «nur» 62 Prozent im Boomjahr 2007.

Im Jahr eins fliessen keine Boni

Die wieder sprudelnden Gewinne im Investmentbanking liessen, über höhere Bonuszahlungen, auch den gesamten Personalaufwand um 18 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro steigen. Wie Ackermann vor den Medien jedoch geltend machte, sei der Anstieg der Boni durch eine über mehrere Jahre hinweg verzögerte Auszahlung gedämpft worden.

Neuerdings entrichtet die Deutsche Bank ihre Boni zu drei Vierteln in Aktien und den Rest in bar. Dabei erstreckt sich die Auszahlungsperiode bei den Aktien auf 3¾ Jahre und beim Cash-Anteil auf 3 Jahre – dies ohne Anspruch innerhalb des ersten Jahres. Die Boni können, je nach finanziellem Erfolg der ihnen zugrunde liegenden Geschäfte, teilweise rückgängig gemacht werden oder ganz verfallen, wenn etwa Regularien verletzt worden sind (Malusregelung).

Vorgesehen ist ferner, die festen Gehälter je nach Land und Stellung der Mitarbeiter um 5 bis 30 Prozent zu steigern und die Boni entsprechend zu kürzen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.02.2010, 04:00 Uhr

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