Airbus verliert «Jahrhundertgeschäft»
Vom Airbus A330 abgeleitet: EADS-Tanker KC-45.
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EADS/Airbus hat keine Chance mehr auf das «Jahrhundertgeschäft» mit der US-Luftwaffe für 179 Tankflugzeuge im Wert von 35 Milliarden Dollar. Der US-Partner Northrop Grumman hat das gemeinsame Angebot am Montag zurückgezogen. Er begründete diesen Schritt mit unfairen Wettbewerbsbedingungen. Die Ausschreibung sei voll auf den Konkurrenten, den US-Flugzeugbauer Boeing, (BA 70 -1.95%) zugeschrieben worden.
Airbus-Chef Thomas Enders bestätigte die Angaben und warf der US- Regierung «Voreingenommenheit» vor. «Die jetzige Ausschreibung ist klar massgeschneidert auf den kleineren und weniger leistungsfähigen Flieger der Konkurrenz», sagte Enders der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Schlussfolgerung lieg auf der Hand, betonte er: «Es geht hier nicht mehr um das beste Tankflugzeug und auch nicht um einen fairen Wettbewerb.»
Die US-Luftwaffe muss langfristig 534 Tankflugzeuge ersetzen. Das verspricht ein Geschäft von 100 Milliarden Dollar. Im ersten Los geht es um 68 Maschinen für zwölf Milliarden Dollar und undatierte Folgeaufträge für 111 Flugzeuge.
Alle Wettbewerbe gegen Boeing gewonnen
Der EADS-Tanker KC-45 ist vom Grossraumflugzeug Airbus A330 abgeleitet und hat bisher alle internationalen Wettbewerbe gegen Boeings KC-767 gewonnen. Die KC-767 basiert auf dem alten Verkehrsjet B767. EADS hatte für den Airbus-Tanker ein eigenes Werk in den USA bauen wollen.
Boeing und EADS ringen seit Jahren erbittert um den Mega-Auftrag. EADS und der amerikanische Partner Northrop Grumman hatten die Ausschreibung 2008 bereits für sich entschieden, doch nach Protesten des alten Lieferanten Boeing hatte Washington das Verfahren neu aufgerollt.
Pentagon in der Kritik
Bei mehreren US-Politikern stiess das Bieterverfahren des Pentagons auf scharfe Kritik. Die Ausschreibung sei eine Farce, sagte der Gouverneur von Alabama, Bob Riley, am Montag. Northrop habe dabei keine Chance auf echten Wettbewerb. Ein Zuschlag für das Unternehmen hätte in Alabama Tausende neuer Arbeitsplätze geschaffen.
Der demokratische Abgeordnete Norm Dicks aus dem US-Staat Washington zeigte sich dagegen zufrieden, dass EADS als ausländisches Unternehmen nach dem Rückzug von Northrop aussen vor bleibt. Der Auftrag werde an «ein amerikanisches Unternehmen mit amerikanischen Arbeitern» gehen, erklärte Dicks. (vin/sda/ddp)
Erstellt: 08.03.2010, 23:53 Uhr
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