Wirtschaft

Aktivisten: UBS und CS profitieren von Streubomben

Aktualisiert am 29.10.2009

Weltweit machen 138 Finanzunternehmen Geschäfte mit Firmen, die an der Entwicklung oder Produktion von Streubomben beteiligt sind. Zwei Nichtregierungsorganisationen klagen an.

Besonders heimtückische Waffen: Streubomben.

Besonders heimtückische Waffen: Streubomben.
Bild: Keystone

Ein Opfer: Die Verletzungen durch Streubomben sind oft schwer.

Ein Opfer: Die Verletzungen durch Streubomben sind oft schwer.

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Insgesamt fliessen gegenwärtig rund 20 Milliarden Dollar in die Produktion von Streubomben, wie Ueli Anken, Sprecher der Schweizer Sektion von Handicap International, am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Zürich sagte. In der Schweiz seien nachweislich die UBS (UBSN 11.15 -0.89%) und die CS an solchen Geschäften beteiligt.

Hinter dem auf Englisch erschienenen Bericht «Internationale Investitionen in Streubomben - eine geteilte Verantwortung» stehen eine belgische und eine niederländische Nichtregierungsorganisation (NGO). Darin wird detailliert aufgelistet, welche Firmen auf welche Weise in die Entwicklung und Produktion involviert sind.

Was die Schweizer Banken betrifft, so wird die Höhe der gegenwärtigen Investitionen der CS auf 437 Millionen Dollar, jene der UBS auf rund 465 Millionen beziffert. Damit würden acht Entwickler und Hersteller unterstützt, wie Anken weiter ausführte. Abschliessend sei die Liste im Bericht nicht. Man müsse annehmen, dass auch andere Schweizer Finanzinstitute in ähnlicher Weise vorgingen.

Schweiz unterstützt Verbot von Streubomben

Die Schweiz habe im vergangenen Dezember in Oslo zu den Erstunterzeichnern des Vertrages zum Verbot von Streubomben gehört. Dieser sieht ein Verbot des Einsatzes, der Produktion, der Lagerung und der Weitergabe von Streubomben vor. «Dies bedeutet aber auch, dass Jede Art der Finanzierung verboten werden muss», betonte Anken.

Was es jetzt brauche, seien klare gesetzliche Regeln. Ein positives Signal gebe es aus der Politik: Eine Motion, die ein vollständiges Investitionsverbot fordert, habe den Ständerat bereits diskussionslos passiert und komme nun in den Nationalrat.

«CS spielt keine grosse Rolle»

«Wir verweigern die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen nicht einzig deshalb, weil dieses in der Rüstungsindustrie tätig ist», teilte die Grossbank Crédit Suisse (CS) mit. Der Bericht zeige, dass die CS im Vergleich zu anderen internationalen Banken keine grosse Rolle bei Finanzdienstleistungen für diesen Produktionszweig spiele. Die CS verfolge aber die internationalen Entwicklungen in diesem Bereich sehr genau und halte sich an alle massgebende Gesetze und Abkommen. (vin/sda)

Erstellt: 29.10.2009, 18:26 Uhr

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