Wirtschaft

Aldis erste öffentliche Bekanntmachung

Der deutsche Discounter war bislang dafür bekannt, gegen aussen gar nichts zu kommunizieren. Dieses Prinzip wurde nun erstmals gebrochen – in der Todesanzeige für Gründer Theo Albrecht.

Eine Seite gross: Die Todesanzeige für Theo Albrecht.

Eine Seite gross: Die Todesanzeige für Theo Albrecht.

Eines von zwei existierenden Bildern: Theo Albrecht im Jahr 1971. (afp)

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Stets wurden Medienanfragen bei der Zentrale von Aldi Nord mit der gleichen Standardantwort erledigt: «Wir behalten uns vor, aus grundsätzlichen Erwägungen strategische und unternehmenspolitische Fragestellungen nicht zu beantworten». Ausgerechnet in der Todesanzeige des Gründers Theo Albrecht jedoch hat sich der deutsche Discounter über dieses Kein-Kommentar-Prinzip hinweggesetzt. Erstmals erfahren Aussenstehende auf der eine Zeitungsseite füllenden Trauerbotschaft Details über das Funktionieren des Unternehmens.

Theo Albrecht habe sein unternehmerisches Handeln immer auf uneingeschränkte finanzielle Solidität abgestützt, steht in der Todesanzeige. «Aus diesem Grund hat die Unternehmensgruppe Aldi Nord bis heute keinerlei Verbindlichkeiten», oder mit anderen Worten: In der Bilanz stehen keinerlei Schulden. Zudem erfährt man, dass der verstorbene Patron «bereits zu Lebzeiten über eine vorausschauende Nachfolgeregelung» die Zukunft der Detailhandelskette gesichert habe. Seit einigen Jahren werde sie schon durch erfahrene Manager geführt, die unabhängig von Theo Albrecht und seiner Familie alle operativen Entscheidungen träfen.

Stiftungen kontrollieren das Unternehmen

Auch über die Beteiligungsverhältnisse ist in der Anzeige etwas zu erfahren. «Das Unternehmensvermögen ist in Stiftungen gebunden, die nicht auflösbar sind», so der Text. Damit sei eine «auf Dauer angelegte unternehmerische und vermögensmässige Kontinuität garantiert», so Aldi Nord.

1961 hatten die Brüder Theo und Karl Albrecht ihren Konzern aufgeteilt: Karl übernahm die Geschäfte im Süden – daraus entstand Aldi Süd, zu dem auch Aldi Suisse gehört. Theo behielt die Geschäfte im Norden. Die beiden Unternehmer operierten fortan völlig unabhängig und gelten mit einem Vermögen von je rund 17 Milliarden als die zwei reichsten Deutschen.

Erstellt: 30.07.2010, 12:32 Uhr

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