Amazon kündigt umstrittenem Sicherheitsdienst

Eine Reportage über die Arbeitsbedingungen in einem Logistikzentrum von Amazon sorgte letzte Woche für heftige Diskussionen. Als Reaktion hat die Firma nun die Kooperation mit mehreren Unternehmen beendet.

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Als Reaktion auf den Vorwurf unwürdiger Arbeitsbedingungen in Deutschland hat der Internetversandhändler Amazon.com die Kooperation mit zwei Unternehmen beendet. Der US-Konzern kündigte dem Dienstleister, der für Unterbringung, Transport und Einsatz der Sicherheitskräfte verantwortlich gewesen sei.

Dem umstrittenen Sicherheitsdienst hatte er bereits gekündigt. «Amazon ist verantwortlich dafür, dass alle Beschäftigten unserer Logistikzentren jederzeit sicher sind und mit Respekt und Würde behandelt werden», erklärte der Konzern. Die Einhaltung dieses Standards durch den Dienstleister sei eindeutig nicht gelungen. Amazon nehme die Vorwürfe sehr ernst.

Sicherheitsdienst mit Neonazi-Kontakten

Die ARD hatte berichtet, ausländische Mitarbeiter von Amazon seien von dem Sicherheitsdienst H.E.S.S. auf Schritt und Tritt kontrolliert worden. Die Firma soll demnach Kontakte in die Neonazi-Szene haben, was diese zurückwies (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete).

Der Internetkonzern stand bereits in der Vergangenheit wegen der Arbeitsbedingungen in der Kritik. So kämpft die deutsche Gewerkschaft Verdi schon seit längerem um gleiche Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter.

Amazon waren in dem Bericht menschenunwürdige Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern aus Spanien und Polen in seinem Versandlager im hessischen Bad Hersfeld vorgeworfen worden. Auch seien die Sozialbeiträge für die Beschäftigten nicht korrekt abgeführt worden. (kpn/sda)

(Erstellt: 19.02.2013, 10:38 Uhr)

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