Wirtschaft
Amerikas Superspender sind Deutschlands Milliardären zu laut
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Die deutschen Milliardäre hätten jedoch das Ansinnen von Gates abgelehnt, die Hälfte ihres Vermögens abzugeben, berichtete der «Spiegel» am Samstag vorab unter Berufung auf den Vermögensverwalter eines der konktaktierten Milliardäre. «Das ist den Leuten zu marktschreierisch», zitierte das Magazin den Vermögensverwalter, der nicht namentlich genannt wurde.
Viele deutsche Vermögende hätten längst deutlich grössere Teile ihres Vermögens in gemeinnützige Stiftungen überführt, sagte der Vermögensverwalter. So habe SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp nicht nur den Fussballclub TSG 1899 Hoffenheim, sondern auch Vermögenswerte von rund 2,9 Milliarden Euro in eine Stiftung gegeben. Klaus Tschira, ebenfalls Teil der SAP-Gründergeneration, hat demnach über die Hälfte seines Vermögens in Stiftungen überführt. Gates hat in den USA Vermögende für seinen Aufruf gewonnen, die Hälfte ihres Besitzes zu spenden.
Scharfe Kritik am Verhältnis zum Staat
Der Hamburger Reeder und Multimillionär Peter Krämer kritisierte die Spendenaktion von Bill Gates. «Ich finde diese US-Aktion höchst problematisch», sagte Krämer, der seit langem für eine höhere Besteuerung von Vermögenden eintritt, dem «Spiegel». Weil Spenden in den USA zum grossen Teil steuerlich absetzbar seien, würden Reiche entscheiden, ob sie lieber spenden oder Steuern zahlen, sagte Krämer. «Die Spender treten an die Stelle des Staates. Das geht nicht. Das ist alles nur ein schlechter Transfer von der Staatsgewalt hin zum Milliardärsgusto.»
Krämer fügte hinzu: «Nicht der Staat soll entscheiden, was gut für die Menschen ist, sondern die Reichen wollen dies bestimmen. Das ist eine Entwicklung, die ich wirklich schlimm finde. Wer legitimiert diese Menschen zu entscheiden, wo solche riesigen Beträge hinfliessen.» Deutschen Reichen empfahl Krämer, nicht in dieser Form ihr Geld abzugeben. Sinnvoller sei es, gemeinsam mit etablierten Organisationen zusammenzuarbeiten und zu spenden. (raa)
Erstellt: 08.08.2010, 13:21 Uhr
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