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Anleger nehmen Banken-Stresstest gelassen
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Nach der Veröffentlichung der Stresstest-Ergebnisse für europäische Banken haben sich die Anleger am Montag auffallend zurückgehalten. Die Ruhe an den Märkten stand in keinem Verhältnis zur Aufregung im Vorfeld der Publikation.
Da beim Stresstest Überraschungen ausgeblieben seien, wirkten die Anleger ein wenig richtungslos, sagte ein Händler. Die Investoren interessierten sich daher wieder verstärkt für die US- Konjunkturdaten und Quartalsabschlüsse, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.
UBS-Quartalszahlen am Dienstag
An der Schweizer Börse legten die beiden Grossbanken am Montag zu: UBS schlossen in einem insgesamt kaum veränderten Gesamtmarkt um 1,5 Prozent höher und gehörten damit zu den grössten Gewinnern, Credit Suisse avancierten um 1,4 Prozent.
UBS und Credit Suisse hatten einen Stresstest der hiesigen Finanzmarktaufsicht (Finma), der strenger angelegt war als jener in der EU, zwar klar bestanden. Doch die Anleger interessierten sich mehr für die UBS-Quartalszahlen, die am morgigen Dienstag veröffentlicht werden. Vor allem interessiert die Frage, ob der Abfluss von Kundengeldern gebremst werden konnte.
Bank-Branchenindex legt zu
Wie in Zürich gehörten Finanzwerte in ganz Europa zu den Gewinnern. Trotz aller Kritik an der Belastungsprobe für 91 Geldhäuser herrschte Erleichterung, dass negative Überraschungen ausblieben. Der europäische Stoxx-Branchenindex kletterte um 1,6 Prozent.
Die Titel der Deutschen Bank fielen zunächst um bis zu 3 Prozent, schlossen dann aber 1,3 Prozent im Plus. Händler erklärten die anfänglichen Abgaben damit, dass die Deutsche Bank ihr Staatsanleihen-Portfolio nicht im Detail veröffentlichen wolle. Ein Sprecher der Bank signalisierte indes, dass der Branchenprimus dies bei den Quartalszahlen am Dienstag nachholen werde.
Gut bewertete französische Banken
Einige Händler äusserten zudem die Befürchtung, dass die Deutsche Bank in einem Krisenfall für ihre weniger gut aufgestellte Tochter Postbank geradestehen müsste. Diese hatte den Stresstest nur knapp bestanden. Dessen ungeachtet stieg die Postbank-Aktie zeitweise um 2,2 Prozent. Händler hatten dafür keine Erklärung parat. Die Aktie der Commerzbank gehörte mit einem Plus von 3,5 Prozent zu den Gewinnern im DAX. Die teilverstaatlichte Bank schnitt im Stresstest vergleichsweise gut ab.
Mit Blick auf andere europäische Märkte zogen vor allem die französischen Banken - Société Générale und BNP Paribas - nach ihrem guten Abschneiden um 5,2 beziehungsweise 2,4 Prozent an. Die beiden französischen Banken hatten beim Stresstest gut abgeschnitten.
Unsicherheiten bleiben
Die Ergebnisse des Stresstests waren am Freitagabend veröffentlicht worden. Geprüft wurde, wie gut Banken einer neuen Wirtschafts- oder Schuldenkrise standhalten können. Insgesamt scheiterten 7 der 91 untersuchten Institute, neben dem verstaatlichten deutschen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) fielen fünf spanische Sparkassen und die griechische Atebank durch.
Experten äusserten sich allerdings kritisch zur Ausgestaltung des Stresstests und bezeichneten die Vorgaben als zu lasch. So wurde moniert, dass die europäische Aufsichtsbehörde CEBS den Fall eines Staatsbankrotts eines EU-Mitglieds nicht untersucht habe. Der Test fördere zwar die Transparenz. Das genüge aber nicht, um das Vertrauen in das Bankensystem schnell und deutlich zu verbessern.
Ob der Stresstest tatsächlich erfolgreich gewesen sei, werde man in den nächsten Tagen und Wochen auf dem Interbanken-Markt sehen, hiess es. Erst wenn hier die Zinsen fallen, wenn sich also Banken wieder vertrauen und sich gegenseitig Kredite geben, zeichne sich eine Normalisierung ab. (oku/sda)
Erstellt: 26.07.2010, 18:57 Uhr
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