Wirtschaft

Ascom kauft Ericssons Softwaresparte Tems

Der Berner Technologiekonzern Ascom kauft für 190 Millionen Franken vom schwedischen Mobilfunkkonzern Ericsson die Firma Tems.

Er expandiert damit im Geschäft der Optimierung von Mobilfunknetzen, wie Ascom am Montag bekannt gab. Tems sei sehr profitabel.

Der Kaufpreis wird laut den Angaben durch Barmittel in der Höhe von 70 Millionen Franken und einen Bankkredit von 120 Millionen Franken finanziert. Der Kredit wurde durch ein Konsortium von acht Schweizer Banken unter der Federführung von UBS und Credit Suisse zugesichert. Der Deal soll im kommenden Juni vollzogen werden und ab kommendem Jahr einen Beitrag zum Gewinnwachstum pro Aktie leisten. Tems hat Hauptstandorte in Schweden und den USA und macht mit rund 300 Beschäftigten umgerechnet 165 Millionen Franken Umsatz. Das Unternehmen ist ein weltweiter Marktführer für Optimierungslösungen von Mobilfunknetzen und weltweit in 17 Staaten tätig. Tems hat weltweit mehr als 450 Kunden, darunter die 20 grössten Mobilnetzbetreiber.

Drittes Standbein

Ascom-Konzernchef Riet Cadonau sprach von einem logischen Schritt nach der Übernahme von Argogroup und Comarco WTS im vergangenen Jahr. Nach jahrelanger Schrumpfkur erhält Ascom damit neben den Bereichen Wireless Solutions und Security Communication ein drittes Standbein, das im Januar 2010 mit der Geschäftseinheit Mobile Test Solutions in einer neuen Division Network Testing zusammengefasst werden soll. Tems verstärke die globale Präsenz von Ascom, sagte Cadonau. Eine zweistellige Betriebsgewinnmarge auf Gruppenebene sei dank der soliden Profitabilität von Tems nächstes Jahr möglich.

Analysten loben die Übernahme

Tems passe perfekt zu Ascom und sei auch nicht überbezahlt, hiess es bei der Bank Vontobel und bei Helvea. Auch die Anleger applaudierten. Der Ascom-Aktienkurs stieg bis am Mittag um bis zu 8,4 Prozent auf 8,76 Franken. Am frühen Nachmittag stand er mit 8,50 Franken weiterhin 5,2 Prozent höher als am Vorabend. (mbr/ap)

Erstellt: 23.03.2009, 14:02 Uhr

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