Wirtschaft

Avenir Suisse: Auch Grossbanken sollen Konkurs gehen

Aktualisiert am 31.03.2010 5 Kommentare

Die Denkfabrik fordert ein Insolvenzverfahren für Grossbanken. Denn Geldhäuser, die so gross sind, dass der Staat sie nicht untergehen lassen darf, würden sich der Disziplinierung des Marktes entziehen.

Entziehen sich der Disziplinierung durch den Markt: Grossbanken UBS und Credit Suisse am Paradeplatz Zürich.

Entziehen sich der Disziplinierung durch den Markt: Grossbanken UBS und Credit Suisse am Paradeplatz Zürich.
Bild: Keystone

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Solche Finanzhäuser könnten Risiken eingehen, die sie nicht eingehen würden, wenn sie diesen nicht exklusiven Status nicht hätten. Dies schreibt Avenir Suisse in einer neuen Studie zur Lösung des so genannten «Too big to fail»-Problems, die am Mittwoch vor den Medien in Zürich präsentiert wurde.

Der staatliche Schutz vor dem Untergang lasse es zu, dass die Grossbanken Risiken billiger eingehen könnten. Dies wirke wie eine Subvention, die das Eingehen höherer Risiken erlaube, schreibt Avenir Suisse. Trotz des Staatsschutzes würden die Grossbanken aber beanspruchen, unabhängig am Markt agieren zu können. Dies sei ein Widerspruch.

Avenir Suisse plädiert deshalb für ein Insolvenzverfahren für systemrelevante Finanzmarktteilnehmer. Davon verspricht sich die Denkfabrik eine disziplinierende Wirkung für das Risikoverhalten der grossen Finanzinstitute.

Nicht angewendet

Zwar besitze die Schweiz ein modernes Insolvenzverfahren für Finanzintermediäre, das nur noch punktuell ergänzt werden müsste. «Ein Hauptproblem ist jedoch, dass dieses Insolvenzverfahren nicht angewendet wird», heisst es weiter.

Die Politik habe auf dieses Problem bis heute noch keine angemessene Antwort gefunden. Die Behörden hätten zwar in der Schweiz erste Massnahmen getroffen, diesen mangle es aber an einer breiten politischen Legitimation.

Die Politik schwanke zwischen der Notwendigkeit, ein sicheres und zukunftsfähiges Finanzsystem zu schaffen, und dem Wunsch, einen global agierenden und wettbewerbsfähigen Finanzsektor zu erhalten, schreibt Avenir Suisse. (bru/sda)

Erstellt: 31.03.2010, 13:27 Uhr

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5 Kommentare

Doris Bapst

31.03.2010, 14:07 Uhr
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Das nenne ich mal einen mutigen Vorschlag eines wirtschaftshörigen und -getriebenen Thinktanks! Die Zornesröte erfasst mich nach wie vor beim Gedanken des Gebarens der UBS im Falle Swissair. Damals fühlte sich, in überheblicher und kaltschnäuziger Art, die UBS nicht verpflichtet einem "systemrelevanten" Unternehmen unter die Arme zu greifen. Jetzt DARF der Staat die Banken nicht nochmals retten! Antworten


Shila Lassi

31.03.2010, 16:35 Uhr
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Für die Schweiz und den Schweizerfranken ist das von enormer Wichtigkeit. Andernfalls müssten wir damit rechnen, möglicherweise hunderte von Milliarden einzuschiessen, die Schuldner der UBS nicht mehr zurückzahlen können. Solche Szenarien sind mit drohenden Staatspleiten leider möglich. Die Bürger müssten für unglaubliche Summen geradestehen, eine allgemeine Verarmung wären die Folge. Antworten



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