Wirtschaft

Axpo-Chef denkt an Strategiewechsel

Aktualisiert am 20.03.2011 8 Kommentare

Für Axpo-Chef Heinz Karrer sind neue AKW zurzeit undenkbar. Dafür fehle die Mehrheit im Volk. Die Führungsleute der Stromkonzerne denken über einen Strategiewechsel in der Kernkraftnutzung nach.

Katastrophe in Japan lässt Stromkonzerne umdenken: Heinz Karrer, Chef des Stromkonzernes AXPO.

Katastrophe in Japan lässt Stromkonzerne umdenken: Heinz Karrer, Chef des Stromkonzernes AXPO.
Bild: Doris Fanconi

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«Ich glaube, dass der Schock so gross ist, dass niemand in nächster Zeit daran denkt, die Planung für Ersatzkernkraftwerke wieder aufzunehmen», sagte Karrer in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Zuerst müssten die Lehren aus der Katastrophe in Japan gezogen werden. Die für 2013 vorgesehene Abstimmung über AKW werde es «garantiert» nicht geben. «Das ist vom Tisch.»

Zumindest diskutieren über einen Strategiewechsel im Umgang mit der Atomkraft will der Präsident der BKW, Urs Gasche. Da die Akzeptanz in der Gesellschaft gelitten habe, «müssen wir den Ausstieg aus der Atomenergie planen und vollziehen, sobald dieser möglich ist», sagte er der «SonntagsZeitung».

Wasserkraft als Alternative

Bei einem Ausstieg brauche es Alternativen, fügte der frühere Berner BDP-Regierungsrat an. Wasserkraft könnte eine Möglichkeit sein - doch müsse dort die Linke und die Grünen den Widerstand wegen des Umweltschutzes aufgeben.

«An einem Spitzentag im Winter hängen wir heute zu 70 bis 80 Prozent von der Kernenergie ab», gibt Axpo-Chef Karrer zu bedenken. Nebst Wasserkraftwerken oder Stromimporten aus dem Ausland kämen zur Kompensation auch Gas-Kombikraftwerke in Frage. «Hier müsste aber das CO2-Gesetz geändert werden.» Das hiesse aber, dass der Klimaschutz eine tiefere Priorität erhalten würde als heute.

Karrer räumte zudem ein, dass nach den Ereignissen in Japan die Verunsicherung in der Bevölkerung gross sei. Er selbst werde in der kommenden Woche an den AKW-Standorten Leibstadt und Döttingen an Veranstaltungen teilnehmen. «Wir wollen die Bevölkerung darüber informieren, was wir wissen und Fragen beantworten.» (jcu/sda)

Erstellt: 20.03.2011, 16:17 Uhr

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8 Kommentare

Stefan Fasi

20.03.2011, 23:53 Uhr
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Die Solarenergie wird kontinuierlich übergangen und als nicht effizient abgetan.Man soll jetzt endlich mal ein paar Milliarden in Forschung und Entwicklung stecken,dann wird sie in 10 Jahren garantiert 100% Strombedarf abdecken.Aber nein damit kann man natürlich keinen grossen Zaster abkasieren,die Sonne strahlt ja gratis.
Dankeschön korruptes Politikerpak und elende Abkassierer
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Hans Huber

21.03.2011, 08:20 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Für die Schweiz gibt es drei mögliche Varianten: Strom mit CO2 produzieren, aus dem Ausland importieren, oder im AKW herstellen. Jeder muss selber entscheiden, welche Ihm besser gefällt. @S.Fasi: Solarzellen sind sehr ineffizient, da Ihr Strom zwischengespeichert werden muss und in kalten, energienötigen Monaten (Januar) 10x wenig Strom anfällt. Antworten



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