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BVK-Affäre: Waren die Kontrolleure auch Berater?
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Wie die Sendung «Eco» des Schweizer Fernsehens am Montag berichtete, sicherte die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich vergangenen Mittwoch Dokumente bei der Firma Complementa. Denn diese Firma sei bei der BVK, der Personalvorsorge des Kantons Zürich, zum einen für die Anlageberatung der Gelder in der Höhe von 20 Milliarden Franken zuständig gewesen. Zum anderen sei die Complementa gleichzeitig auch für die Kontrolle der BVK verantwortlich gewesen. Das heisst, dass sich der ehemalige Anlagechef der BVK unter der Aufsicht der Complementa bestechen liess, schreibt «Eco» auf seiner Website zum am Montag ausgestrahlten TV-Beitrag.
Wie «Eco» weiter berichtet, habe die Kontrolle der Complementa auch zugelassen, dass die BVK viele externe Vermögensverwaltungsmandate für eine relativ kleine Anlageklasse vergab, das heisst für Aktien von kleinen und mittleren Firmen, die an der Börse oft kaum gehandelt würden und deshalb besonders anfällig für Kursmanipulationen seien.
Als Hauptgrund, weshalb Complementa seinen Aufsichtspflichten nicht ausreichend nachkommen konnte, ortet «Eco» darin, dass die Beratungsfirma neben der Kontrolle zahlreiche weitere Aufgaben wahrnahm. Die dritte Funktion, die das Unternehmen bei der Pensionskasse erfüllte, war die Wertschriftenbuchhaltung.
«Das ist nur die Spitze des Eisberges»
Ausserdem hätten ehemalige Complementa-Mitarbeiter eine eigene Anlagefirma gegründet – die DL Investment Partners in Zug – die von der BVK einen Grossauftrag erhalten hätte. Mehr noch: Die fünfte Aufgabe, die Complementa innehatte, war die Wertschriftenbuchhaltung der börsenkotierten Beteiligungsgesellschaft BT&T, dessen Chef im Zuge der BVK-Affäre inzwischen in Haft ist.
Der ehemalige Preisüberwacher Rudolf Strahm meinte zu den verschiedenen Rollen, die die Complementa bei der Zürcher BVK einnahm, dass dies für Pensionskassenberater leider kein Einzelfall sei, sondern «nur die Spitze des Eisbergs». «Es gibt sehr oft keine Trennung zwischen der Anlageberatung und der Kontrolle.» Das müsse sich ändern, da habe die Schweiz dringenden Nachholbedarf. (mt)
Erstellt: 21.06.2010, 23:34 Uhr
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