Wirtschaft
Bank Julius Bär: Kurssturz nach Gerüchten um gefälschte Zahlen
Finanzkrise hinterlässt Spuren: Bank Julius Bär. (Bild: Keystone)
Die Gerüchte gingen auf einen anonymen Brief zurück, der letztes Jahr um die Weihnachtszeit an die damalige Bankenkommission, die heutige Finanzmarkaufsicht Finma, geschickt worden war. Gemäss dem Schreiben, das der AP vorliegt, sollen verlustbringende Wertschriften in den Eigenhandelsbeständen, den sogenannten Nostro-Positionen, «parkiert» worden sein. Bei richtiger Verbuchung wären gemäss dem Schreiben Millionenverluste entstanden.
Finma-Sprecher Tobias Lux bestätigte auf Anfrage der AP, dass die Aufsichtsbehörde das anonyme Schreiben Ende 2008 erhalten habe und betonte, es habe nichts mit den verwalteten Vermögen zu tun. Obwohl anonym, sei der Brief von der Finma ernstgenommen worden. Die Finma forderte laut Lux bei der Bank-Bär-Gruppe eine schriftliche Stellungnahme an. Zudem wurde die Revisionsgesellschaft - die KPMG - voll informiert. Inzwischen habe die Bank Massnahmen ergriffen, sagte Lux, ohne sich näher dazu zu äussern. Diese Massnahmen werden nun von der Aufsichtsbehörde genau angeschaut, wie der Finma-Sprecher sagte. Auch über die Massnahmen wurde die Revisionsgesellschaft informiert.
Am Markt hatte es zuvor geheissen, in dem Brief sei die Julius-Bär-Führung bezichtigt worden, den Betrag der verwalteten Vermögen geschönt zu haben. Bank-Bär-Chef Johannes de Gier wies die Vorwürfe an der Bilanz-Medienkonferenz zurück, ohne näher auf sie einzugehen. Sie entbehrten jeder Grundlage, sagte de Gier. Es habe sich um einen kleineren, absolut irrelevanten Handelszwischenfall im vergangenen Oktober gehandelt. Auf weitere Fragen trat er nicht ein: Gerüchte würden nicht kommentiert.
Das Institut hatte einen von Analysten als durchzogen bezeichneten Jahresabschluss mit einem Gewinnrückgang um einen Viertel vorgelegt. Bemängelt wurden von den Analysten vor allem massive Geldabflüsse.
Laut Geschäftsbericht 2008 ging die gesamte Entschädigung für de Gier im Vergleich zum Vorjahr um gut drei Millionen auf noch fünf Millionen Franken zurück. Die Entschädigungen für die Geschäftsleitung sanken von 13,9 auf 3,5 Millionen Franken. (mbr/ap/sda)
Erstellt: 06.02.2009, 14:01 Uhr
Wirtschaft
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 22:09Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 12:15Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 10:16UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang




