Wirtschaft

Banken 2009: Weniger Jobs, etwas tiefere Löhne

Gewiss werden die Banken in den nächsten Monaten weitere Stellen abbauen. Allerdings: Der Abbau dürfte sehr selektiv ablaufen – dramatische Massenentlassungen sind unwahrscheinlich.

Spezialisten bleiben gefragt, Generalisten sind bedroht. Im Bild: Handelsraum der Bank Julius Bär.

Spezialisten bleiben gefragt, Generalisten sind bedroht. Im Bild: Handelsraum der Bank Julius Bär.

Das Kleinkundengeschäft ist wenig bedroht, das Investmentbanking ist mit Kahlschlag zu rechnen. Im Bild: Schalterhalle der Zürcher Kantonalbank.

Das Kleinkundengeschäft ist wenig bedroht, das Investmentbanking ist mit Kahlschlag zu rechnen. Im Bild: Schalterhalle der Zürcher Kantonalbank. (Bild: Keystone)

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Wartet nur ab: Nach Weihnachten geht es erst richtig los – Schockwellen, Massenentlassungen, Schliessungen. Dies das Gerücht, das seit einigen Wochen durch die Büros im Finanzplatz Schweiz zieht. Und nachdem die Credit Suisse heute bekanngegeben hat, dass sie in den nächsten Monaten 600 bis 650 Stellen in der Schweiz streichen will, erscheint das Gerücht plausibler denn je: Das dicke Ende kommt noch.

Aber trifft das auch zu? «Ich teile die Befürchtung, dass im Januar weitere Hiobsbotschaften folgen», sagt Barbara Gisi, Leiterin Angestelltenpolitik beim KV Schweiz. Ebenfalls skeptisch gibt sich der Zentralpräsident des Bankpersonal-Verbands: «In den letzten Jahren», so Peter-René Wyder, «schufen die Banken 3 bis 5 Prozent mehr Stellen – jährlich. Dies wird jetzt wohl wieder korrigiert.»

Wyders Berechnung: Auf dem Höhepunkt 2007 beschäftigten die Banken rund 130'000 Personen im Land. In der letzten grossen Krise nach Dotcom-Crash und 9/11 waren es rund 110'000 – und dieses Niveau wird jetzt wohl auch wieder angepeilt.

Stark bedroht sind dabei die Investmentbanker; kaum abgebaut werden soll hingegen im schweizerischen Klein- und Firmenkundengeschäft, und in der Vermögensverwaltung signalisieren sogar diverse Banken, dass sie ihr Personal kräftig ausbauen wollen – sogar die Credit Suisse. Berater mit einem guten Kundennetz müssen sich nicht fürchten vor den Folgen der Krise.

Viele Tätigkeiten sind heute gefragter denn je

Auch scheinen viele Spezialistenstellen weiterhin sicher: «Hier gibt es immer einen Markt, und hier zögern die Banken auch mit dem Abbau», sagt der spezialisierte Personalvermittler Philip Jung. Risk Management, Internal Audits, Revision – viele Tätigkeiten sind derzeit gefragter denn je. Unter Druck geraten hingegen allgemeine Dienst-, Stabs- und Backoffice-Stellen. «Am ehesten trifft es die Leute in den Backoffices», sagt Philip Jung, «das ist in solchen Krisen meistens so.» Schliesslich hätten es Generalisten immer schwieriger: «Man muss Spezialist sein», so Jung, «oder Kunden bringen».

Greifbar wird auch ein anderer Nebeneffekt: Die goldenen Zeiten sind vorerst vorbei. «Die Bankangestellten müssen damit rechnen, dass die Löhne unter Druck kommen», sagt Doris Aebi von der Executive-Search-Firma Aebi+Kuehni: «Es ist die logische Konsequenz aus den jüngsten Entwicklungen. Am Ende dürften die Banken verglichen mit der Industrie immer noch höhere Löhne bezahlen, aber der Unterschied wird kleiner.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.12.2008, 17:23 Uhr

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