Wirtschaft

Banker-Boni: «Wir wollen sehr starke Regeln haben»

Aktualisiert am 25.09.2009 4 Kommentare

Die 20 führenden Wirtschaftsmächte haben sich laut US-Finanzminister Timothy Geithner auf eine Begrenzung der Boni für Bankmanager geeinigt – zumindest grundsätzlich.

Entschlossen: US-Finanzminister Timothy Geithner am Gipfeltreffen.

Entschlossen: US-Finanzminister Timothy Geithner am Gipfeltreffen.
Bild: Keystone

Jedes Land soll bis Ende des Jahres eigene Regeln für die Entlohnung der Banker aufstellen, die anschliessend von einem internationalem Gremium überwacht werden sollen, wie Geithner am Donnerstag zu Beginn des G-20-Gipfels in Pittsburgh vor Journalisten sagte. «Wir wollen sehr starke Regeln haben, um die von der Bezahlungsart motivierten Risiken zu begrenzen», sagte Geithner.

Deutschland und Frankreich fordern eine strikte Regulierung, Grossbritannien und die USA schienen sich bislang eher für unverbindlichere Standards einzusetzen. Geithner zeigte sich jedoch zuversichtlich. Beim Abschluss des Gipfeltreffens am Freitag werde «es einen weitreichenden und sehr detaillierten Katalog von Richtlinien» geben. Es werde in jedem Land eine Mischung aus «Vorschriften, Gesetzen und beratenden Massnahmen» geben, um den Richtlinien Gewicht zu verleihen.

«Europäer sind über Banken schockiert»

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso unterstrich die Bedeutung des Themas: «Europäer sind über Banken schockiert, von denen manche vom Geld der Steuerzahler abhängen, die erneut exorbitante Boni zahlen.» Es gehe nicht darum, eine «Hexenjagd» auf Banker zu veranstalten, beteuerte Barroso weiter. Es soll darum gehen, über neue Entlohnungsregeln die Anreizstruktur zu verändern und so für mehr Stabilität zu sorgen. Die übermässigen Boni, die zur Aufnahme grosser Risiken ermunterten, galten als Mitauslöser der Finanzkrise.

Als internationales Aufsichtsgremium brachte Geithner das auf dem letzten G-20-Gipfel in London neu aufgestellte Forum für Finanzstabilität ins Gespräch, in dem Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden der Mitgliedsländer vertreten sind. (raa/ap)

Erstellt: 25.09.2009, 09:43 Uhr

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4 Kommentare

Scavezzon Boris

25.09.2009, 07:06 Uhr
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Boni werden gekürzt und der Fixlohn dafür erhöht! Doch das eigentliche Problem bei der Finanzkrise war die mangelnde Prüfung ihrer Geschäfte. Scheint ja wahnsinnig kompliziert zu sein - obwohl es vor der neoliberalen Lockerung der Finanzmärkte gut funktionierte! Leider wird diese Tatsache fast nirgends erwähnt? Es ist schon mehr als bedenklich, dass noch keine verbindlichen Regeln getroffen wurden Antworten


Dieter Wundrig

25.09.2009, 08:32 Uhr
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Das nach dem 2.Weltkrieg geschaffene Bretton Woods Abkommen wurde in den 70 Jahren einfach gekippt.Mit diesem ausgehandelten System wurden die Finanzmärkte überwacht,was relativ gut funktionierte.Aber liberale Kräfte wurden übermütig und heute haben wir die Quittung erhalten.Aber auf was haben sich die G-20 Teilnehmer geeinigt?Mutlose & halbherzige Absichten,wohl Freude in den Etagen der Gierigen. Antworten



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