Bankmanager stolpert über Offshore-Leaks

Herbert Stepic – einer der bekanntesten Bankmanager Österreichs – muss offenbar wegen des Kaufs von drei Wohnungen in Singapur über zwei Briefkastenfirmen seinen Posten räumen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der langjährige Chef der Raiffeisen Bank International (RBI) tritt nach der Affäre um seine Offshore-Immobiliendeals in Asien zurück. Herbert Stepic stelle sein Amt aus persönlichen Gründen zur Verfügung, teilte die Bank mit.

Der 66-jährige Stepic ist einer der bekanntesten Bankmanager Österreichs. Er hatte in den vergangenen Jahrzehnten die Osteuropa-Geschäfte der Raiffeisengruppe – die ausser dem Namen mit der Schweizer Bank nichts zu tun hat – sukzessive ausgebaut und das Finanzinstitut zu einem der grössten Kreditgeber der Region gemacht.

Drei Wohnungen gekauft

Nun stolpert Stepic offenbar über den Kauf von drei Wohnungen in Singapur über zwei Briefkastenfirmen: Sein Name taucht im sogenannten Offshore-Leaks-Datensatz auf, der dubiose Finanztransaktionen von rund 130'000 Vermögenden weltweit enthüllt.

Stepic selbst erklärte daraufhin, er habe mithilfe der Schweizer Bank UBS drei Wohnungen mit je 150 Quadratmetern in Singapur gekauft. Er habe den Kauf jedoch nicht über Offshore-Firmen, sondern über «Projektgesellschaften» abgewickelt. Die UBS habe das als Standardprodukt angeboten. Die Schweizer Grossbank wollte sich zu dem Fall bislang nicht äussern.

Daraufhin hatten die RBI und österreichische Bankenaufseher erklärt, die Geschäfte genauer unter die Lupe nehmen zu wollen. Auch das Finanzministerium plant, die für Österreich relevanten Offshore-Daten auszuwerten. (bru/sda)

Erstellt: 24.05.2013, 10:24 Uhr

Muss gehen: Herbert Stepic, Chef der Raiffeisen Bank International (RBI).

Artikel zum Thema

Apple wird zum Paradebeispiel für Steuervermeidung

Die Steuerstrategie von Apple kommt heute im US-Senat auf den Tisch: Durch die Gründung von Offshore-Firmen umgehe der Konzern Zahlungen in Milliardenhöhe. Diese Gesetzeslücke soll nun gestopft werden. Mehr...

Inselparadiese werden zu Knacknüssen

Sie sind ein Kuriosum der Geschichte: Grossbritanniens Überseegebiete, die sich zu Finanzzentren gemausert haben. Wegen Offshore-Leaks werden die alten Kolonien für die Regierung allerdings zu einem Problem. Mehr...

Die beliebtesten Offshore-Zentren der Schweizer Banken

Eine Statistik der SNB zeigt, mit welchen Offshore-Zentren die Schweizer Geldinstitute am häufigsten zusammenarbeiten. Ein britisches Überseegebiet steht mit deutlichem Abstand an erster Stelle. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Abgetaucht: In Zürich geniesst man die sommerlichen Temperaturen mit einem Bad im See. (26. Mai 2017)
(Bild: Walter Bieri) Mehr...