Wirtschaft
Bertarellis Millionenprojekt hängt von deutscher Merck ab
Von Philippe Reichen. Aktualisiert am 06.12.2012 6 Kommentare
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In wenigen Tagen wird sich zeigen, wie es um die Beziehungen von Ernesto Bertarelli zu Merck (MRK 35.325 0.45%) Serono bestellt ist. Sechs Jahre nachdem Bertarelli sein Genfer Unternehmen Serono für rund 10 Milliarden Franken an Merck verkauft hat, wollen er und der ehemalige Medizinaltechnikunternehmer Hansjörg Wyss das Industrieareal für mehrere Hundert Millionen zurückkaufen. Der «Tages-Anzeiger» hat die Pläne in seiner gestrigen Ausgabe öffentlich gemacht. In Zusammenarbeit mit der ETH Lausanne und der Universität Genf soll auf rund 15'000 Quadratmeter Fläche ein neues Pharma-Forschungszentrum mit internationaler Ausstrahlung entstehen. Das Unternehmen mit dem Namen Campus Biotech SA wurde bereits gegründet.
Gestern Abend luden die Rektoren der Lausanner ETH und der Universität Genf und Stefan Meister, Leiter des Family Office der Bertarellis, zu einer Medienkonferenz nach Bern ein. Bezüglich der Erwartungen der Investoren herrscht nun Klarheit: Der deutsche Pharmakonzern soll ihnen die Immobilie, für die er gemäss TA-Recherchen 200 bis 400 Millionen Franken verlangt, als Akt des guten Willens verkaufen.
Milliardäre als Retter
ETH-Präsident Patrick Aebischer stellt klar: «Verkauft uns Merck Serono das Gebäude nicht, können wir das Projekt nicht realisieren.» Davon geht derzeit niemand aus: Erstens soll Ernesto Bertarelli zur Spitze von Merck Serono nach wie vor gute Kontakte haben; zweitens hat der Konzern mit der ETH Lausanne eng zusammengearbeitet und sogar einzelne Lehrstühle finanziert.
Die Pläne zum Aufbau eines Pharma-Forschungszentrums liegen offenbar seit langem auf dem Tisch. Der Zufall wollte es, dass Ernesto Bertarelli am 24. April 2012, als Merck Serono die Schliessung seines Genfer Sitzes bekannt gab, an der ETH Lausanne zwei von ihm finanzierte Lehrstühle einweihte. In der Folge trafen sich Bertarelli und ETH-Präsident Aebischer mit Hansjörg Wyss, um mit ihm über die Rettung der Biotechforschung in der Genferseeregion zu sprechen. Wyss, der in der Gegend ein Haus besitzt, müsste zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Verkauf seines Aktienanteils von 47,8 Prozent am Medizinaltechnikhersteller Synthes gestanden haben. Dieser brachte ihm rund 9 Milliarden Franken ein. Wyss und Bertarelli kannten sich, weil sie an der Harvard University in dieselben Projekten Geld investiert hatten.
Mangelnde Wertschätzung
Am 8. Mai traf sich die Gruppe auf Einladung des Genfer Regierungspräsidenten Pierre-François Unger erneut. Nun sass auch Jean-Dominique Vassalli, Rektor der Universität Genf, mit in der Runde. Er war aufgefordert, «seine» Medizinische Fakultät ins Projekt zu integrieren. Unger sprach von einem Drama für Genf und die ganze Biotechforschung in der Arc Lémanique. Bertarelli wiederum gab sich zerknirscht über die mangelnde Wertschätzung, die Merck seinem einstigen Unternehmen entgegengebracht hatte. Als sich die Runde auflöste, herrschte Aufbruchsstimmung. In den Köpfen war das Projekt, ein eigenes Biotechzentrum zu lancieren, bereits am Reifen. Während Regierungspräsident Unger in der Folge die Taskforce Merck Serono leitete und nur noch punktuell informiert wurde, trieb die Gruppe Bertarelli, Wyss, Aebischer und Vassalli die Planungen voran. Es herrschte höchste Geheimhaltung.
Zwar sind sich die Partner über den Aufbau des Forschungszentrums seit langem einig, aber die Klärung juristischer Details zog sich in die Länge. Die letzten Vereinbarungen wurden erst vor wenigen Tagen unterzeichnet. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.12.2012, 06:40 Uhr
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6 Kommentare
Zuerst verkaufte Bertarelli an Merck, einen Giganten und machte fett Kohle. Daumen runter. Nun, mit Wyss kauft er etwas retour, um einen Grundstein für Neues zu legen und Zukunft zu gestalten. Daumen rauf! Leider gibts zu wenige von dieser Sorte. Zuerst ist es nur ein kleiner Forschugsplatz zwar, aber alle Giganten begannen einst klein. Dieser Mann macht Hoffnung. Antworten
ich hoffe die bekommen das gebeude! die schweizer müssen sich wieder zurückbesinnen und ihre eigenen unternehmen führen, mit schweizer werten und tratitionen! das hat uns stark gemacht, der ausverkauf und verangelsächsigung unserer wirtschaft schadet nur! Antworten
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