Wirtschaft

Betrunkener Broker trieb Ölpreis auf Rekordhoch, nun sucht er in Genf einen Job

Aktualisiert am 02.07.2010 9 Kommentare

Steve Perkins war betrunken, als er mit einer illegalen Transaktion den Ölpreis auf ein Jahrshoch trieb. Der Brite verlor seinen Job. In Genf darf er jetzt aber auf eine Fortsetzung seiner Karriere hoffen.

Hier könnte Steve Perkins bald anheuern: Rohstoffhändler des Unternehmens Starsupply Renewables SA. (Bild: (http://www.starsupply.ch/)

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Ein durchzechtes Wochenende ist dem britischen Rohstoffhändler Steve Perkins teuer zu stehen gekommen: Die Finanzmarktaufsicht (FSA) verdonnerte ihn zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 89'000 Euro und einem mindestens fünfjährigen Berufsverbot in der Branche.

Der Rohstoffhändler hatte am 29. Juni 2009 betrunken und ohne Genehmigung seiner Kunden mehr als sieben Millionen Barrel Brent-Öl gekauft hatte. Durch diese Transaktion war der Preis für die Sorte auf ein Jahreshoch geklettert.

Wie die britische Tageszeitung «Daily Telegraph» nun berichtet, ist der Trunkenbold am Mittwoch für Gespräche in Genf eingetroffen. Das dort ansässige Energieunternehmen Starsupply Renewables SA – der weltweit grösste Händler von Biokraftstoffen – will ihm eine zweite Chance geben. Für die britische Finanzmarktaufsicht ist das «sehr unangenehm», wie der «Telegraph» schreibt. Hat die FSA doch gewarnt: «Herr Perkins stellt ein enormes Risiko für die weltweiten Märkte dar, wenn er betrunken ist.»

Keine 24 Stunden nach dem verhängten Berufsverbot in Grossbritannien plante Perkins seine Karriere in der Schweiz fortzusetzen. Die FSA hat allerdings die hiesigen Behörden bereits vorgewarnt. Mehr könne sie nicht tun, um Perkins vor weiteren Aktivitäten auf den Märkten zu hindern. Starsupply Renewables wollte auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet keine Stellung nehmen.

Perkins in Entziehungskur?

Der 34-jährige Broker hatte an dem Wochenende vor einem Jahr und auch am Montag extrem viel Alkohol getrunken, befand die FSA. Am Dienstag, den 29. Juni 2009, sei er dann betrunken am Arbeitsplatz erschienen und habe in grossem Umfang Käufe getätigt.

Marktmanipulation sei ein schwerwiegendes Vergehen, betonte die FSA. Die Trunkenheit entschuldige das Handeln des Händlers nicht. Der Behörde zufolge hat er sich inzwischen einer Entziehungskur unterzogen und sich vom Alkohol abgewandt.

Der Broker hatte den Preis für Brent-Öl auf 73,50 Dollar getrieben - das bis dato höchste Niveau im Jahr 2009. Seine Firma, die von der FSA nicht kritisiert wurde, erlitt einen Schaden von knapp zehn Millionen Dollar.

Der «Daily Telegraph» kommentiert die nun angelaufenen Anstellungsverhandlungen in Genf so: Die Tatsache, dass ein Unternehmen trotz des drohenden Imageverlustes einen Händler wie Steve Perkins anheuern will, zeigt deutlich, wie wertvoll Top-Broker für solche Handelsfirmen sind. (bru)

Erstellt: 01.07.2010, 22:51 Uhr

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9 Kommentare

Kurt Hauser

02.07.2010, 09:03 Uhr
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Wenn ein Besoffener so etwas veranlassen kann, was kann er dann erst als Nüchterner..... Antworten


Alain Grimm

02.07.2010, 08:42 Uhr
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Herr Müller: Die Welt musste wegen dieser Aktion nicht mehr für Treibstoff zahlen. Die Positionen wurden nicht gehalten und sind mit Verlust wieder verkauft worden. Dh der Ölpreis war an den folgenden Tagen wieder deutlich tiefer. Ausser ein paar Spekulanten musste kein privater Haushalt darunter leiden. So sehr Ihnen dieses System Angst machen mag, nachhaltig manipulieren kann ein Händler nicht. Antworten



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