Bis zu 400 Millionen Euro als Datenbeute?

Aktualisiert am 05.02.2010 23 Kommentare

Laut einem Pressebericht dürfte der Ertrag durch die Daten-CD dem deutschen Staat weit mehr Geld in die Kassen spülen als bisher angenommen. Zudem wird die Credit Suisse schwer beschuldigt.

Unter Verdacht der Beihilfe: Der Hauptsitz der Credit Suisse in Zürich.

Unter Verdacht der Beihilfe: Der Hauptsitz der Credit Suisse in Zürich.
Bild: Keystone

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Nach neuesten Informationen der «Süddeutschen Zeitung» geht es bei den fälligen Nachzahlungen um eine Gesamtsumme von bis zu 400 Millionen Euro. Die Anleger, die durch den Datenträger wegen Steuervergehen überführt werden könnten, haben damit weit mehr Abgaben hinterzogen als zunächst vermutet.

Die Datensammlung betrifft laut dem Blatt nach übereinstimmenden Angaben die Zürcher Bank Credit Suisse. (CSGN 19.09 -1.39%) Das Institut hatte jedoch bereits zuvor mitgeteilt, es habe keine Kenntnis von einem Datendiebstahl.

Ein Volltreffer für die Fahnder

Woher die Zeitung, die bereits gestern mit Enthüllungen zum Datenklau aufwartete, ihre Informationen hat, ist allerdings unklar. Sie zitiert lediglich «gut informierte Börsenkreise» mit der Aussage, dass es sich um einen der grössten Komplexe von Steuerhinterziehung durch Deutsche überhaupt handle.

«Wir kennen uns ja schon sehr lange»

Interne Unterlagen der Credit Suisse aus dem Jahr 2004 legten laut der «Süddeutschen Zeitung» ausserdem den Verdacht nahe, dass mehr als 80 Prozent aller Deutschen, die ihr Geld bei der Bank in der Schweiz anlegten, ihre Zinserträge vor dem Fiskus versteckten.

Die Bank wollte diese Kunden demnach von 2004 an dazu bringen, zusätzliches Geld bei ihr anzulegen, diesmal in transparenten Geldanlagen, deren Erträge auch versteuert würden. Bankberater sollten die Schwarzgeldkunden laut dem Bericht mit dem Satz ködern: «Wir kennen uns ja schon sehr lange, von dieser guten Basis kann auch Ihr offizielles Vermögen profitieren!»

Schon länger im Visier der Fahnder?

Deutsche Behörden gehen inzwischen davon aus, dass Mitarbeiter der Credit Suisse über Jahre systematisch Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet haben, wie die Zeitung weiter schreibt. Die Steuerbehörden seien mit dem Fall schon viel länger befasst als bekannt. Vor knapp einem Jahr soll demnach ein Informant der Wuppertaler Steuerfahndung erstmals Unterlagen über Kunden der Schweizer Bank vorgelegt haben.

Aus einer internen Schätzung der Credit Suisse gehe hervor, so die «Süddeutsche Zeitung» weiter, dass bis zu 100'000 Deutsche ihr Geld in der Schweiz vor dem deutschen Fiskus versteckt hätten. Insgesamt belaufe sich dieses Vermögen auf 34 Milliarden Schweizer Franken. (raa)

Erstellt: 05.02.2010, 10:56 Uhr

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23 Kommentare

Michael Lahn

05.02.2010, 08:46 Uhr
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Das ist doch schön für Deutschland, dann kann dieses Geld für Aufstocker verwendet werden. Es sind ja immer mehr Beschäftigte die darauf angewiesen. Upps, damit würde man ja ein Symptom behandeln anstatt das eigentliche Problem. Und es bahnt sich eine neue globale Berufsgattung an, die sehr lukrativ sein wird: International data thief ;-) und das sogar staatlich geprüft, inkl. Identitätswechsel. Antworten


Peter Müller

05.02.2010, 08:48 Uhr
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Was für ein reisserischer Titel: von Beute kann nicht die Rede sein, denn das Geld steht dem deutschen Fiskus zu. Das sollten auch mal die Journalisten hier begreifen. Bitte mehr sachliche Berichterstattung und weniger tendenziöses geschreibsel! Antworten



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