Wirtschaft

Blackberry-Chefs treten zurück – ein Deutscher soll es nun richten

Aktualisiert am 23.01.2012 18 Kommentare

Netzwerkausfall mit Konsequenzen: Jim Balsillie und Mike Lazaridis geben ihren Rücktritt bei Research in Motion bekannt. Das angeschlagene Unternehmen hatte Milliarden an Marktwert eingebüsst.

Die Zeit ist gekommen: Jim Balsillie und Mike Lazaridis mit ihren Blackberrys. (19. Januar 2009)

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Bild: AFP

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Die Gründer und Chefs des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM), Jim Balsillie und Mike Lazaridis, treten zurück. Das kanadische Unternehmen erklärte gestern, die Nachfolge werde der deutsche COO Thorsten Heins antreten, der vor vier Jahren von Siemens zu RIM gewechselt war.

In jedem erfolgreichen Unternehmen komme der Zeitpunkt für die Gründer, die Führung abzugeben, erklärte Lazaridis. Dieser Zeitpunkt sei nun gekommen. Balsillie erklärte, er habe volles Vertrauen in Heins, das Management und das Unternehmen. Er bleibe ein wichtiger Anteilseigner und Verwaltungsratsmitglied. Lazaridis wird stellvertretender Verwaltungsratschef und Chef des neu gegründeten Innovationsausschusses.

Rückschläge und Verluste

Balsillie und Lazaridis hatten RIM seit 20 Jahren geleitet. Zuletzt hatte das Unternehmen eine Reihe von Rückschlägen erlitten und Milliarden an Marktwert eingebüsst. So räumte RIM Verzögerungen bei der Markteinführung seines neuen Smartphones ein. In den USA ist der Anteil des Unternehmens am Smartphone-Markt von 44 Prozent im Jahr 2009 auf nur noch zehn Prozent gesunken. In die Schlagzeilen geraten war RIM zuletzt mit einem Netzwerkausfall, der in Europa bis zu drei Tage dauerte.

Für das vergangene Quartal, das mit dem 26. November endete, wies RIM einen Gewinnrückgang von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 265 Millionen Dollar (204 Millionen Euro) aus. Der Umsatz fiel um sechs Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar (zirka vier Milliarden Euro).

Angesichts der harten Konkurrenz durch das iPhone und anderer Smartphones mit Googles Android-Software rechnet RIM auch für das laufende Quartal mit einem Rückgang der Verkaufszahlen. Analysten zufolge hängt die Zukunft des einst richtungsweisenden Unternehmens wesentlich von der Entwicklung und Etablierung einer neuen Software-Plattform ab.

(kle/dapd)

Erstellt: 23.01.2012, 06:21 Uhr

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18 Kommentare

carlos zapato

23.01.2012, 08:21 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Die beiden Grüncer haben sich auf ihren Lorbeeren ausgeruht und die Weiterentwicklung verpennt. RIM ist einer weiterer Riese, der auf dem IT-Friedhof seine letzte Ruhe findet. Viele sind schon da. RIP RIM Antworten


Eugen Fischer

23.01.2012, 09:44 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Nun endlich zeigen doch die Märkte die Kurzsichtigkeiten auf, wer nicht permanent am Ball ist, der wird vom heutigen Markt täglich bestraft. Die den Bedürfnissen entsprechenden Strategien sind vielfach überhaupt nicht ersichtlich, bei sehr vielen Firmen. Antworten



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