Blochers Tochter regiert die BaZ

Christoph Blocher bestreitet, an der «Basler Zeitung» direkt finanziell beteiligt zu sein. Das kann er, weil Tochter Rahel die Verträge unterschrieben hat.

Offizielle Mehrheitsbesitzerin der BaZ Holding AG: Rahel Blocher. (Bild: Doris Fanconi, Tages-Anzeiger)

Offizielle Mehrheitsbesitzerin der BaZ Holding AG: Rahel Blocher. (Bild: Doris Fanconi, Tages-Anzeiger)

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Der SVP-Vizepräsident Christoph Blocher dementiert in der aktuellen Ausgabe von «Tele??Blocher», finanziell an der «Basler Zeitung» (BaZ) beteiligt zu sein. Dies auch nach mehreren fast zeitgleich erschienenen Berichten in Zeitungen verschiedener Verlage («Sonntag», NZZ, «Weltwoche», «Tages-Anzeiger» vom 8. 11.) ähnlichen Inhalts, wonach Blocher als Financier im Hintergrund fungiere. Im Wortlaut sagt Blocher auf die Frage, ob er auf irgendeine Weise an der BaZ beteiligt sei: «Finanziell nicht.»

Diese Aussage ist formal richtig. Inhaltlich aber gewagt: Denn Blocher hat für das ganze Finanzierungskonstrukt nebst den Strohmännern Moritz Suter und Marcel Ospel auch seine Tochter vorgeschoben. Sie garantiert dafür, dass Ospel sein Darlehen über rund 70 Millionen an die BaZ Holding AG zurückerhält, dafür kann Ospel den Kredit nicht an einen Dritten veräussern. Ähnliches gilt für die Call-Option, mit der Blocher sämtliche Aktien der BaZ Holding AG von Moritz Suter innert sechs Monaten zurückverlangen und so die volle Kontrolle ausüben kann. Auch hier heisst die Vertragspartnerin Rahel Blocher. Rechtlich gesehen ist es daher Rahel Blocher, die Suter die Aktien wieder abnimmt, weil dieser nicht nach dem Gusto von ihrem Vater agiert.

Geld an Kinder verteilt

Die finanziellen Mittel Rahel Blochers von denen Christoph Blochers zu unterscheiden, ist jedoch spitzfindig. Blocher teilte anlässlich seines Amtsantrittes als Justizminister 2004 seine Eigentumsanteile an der Ems-Chemie und der Familienholding Emesta zu gleichen Teilen auf seine Kinder Magdalena Martullo-Blocher sowie Rahel, Miriam und Markus Blocher auf. Mittlerweile sind an der Emesta, über die Blocher rund 60 Prozent an der Ems-Chemie besass, nur noch Magdalena Martullo-Blocher und Rahel Blocher beteiligt.

Die Beratungsfirma Robinvest, die Rahel Blocher zusammen mit ihrem Vater besitzt, ist ein Investmentvehikel, das bereits mit dem Kauf der TV-Produktionsfirma Lobster Studios in Erscheinung getreten ist. Die Firma sollte als kostengünstige Konkurrentin zur Produktionsfirma TPC der SRG positioniert werden. Die Sanierung gelang jedoch nicht, und Robinvest kommunizierte Anfang Jahr ein Management-Buyout.

In Tat und Wahrheit überliess Robinvest dem damaligen Management die Firma und gewährte einen günstigen Kredit, damit die Firma sicher eine Weile überlebt. Sie existiert noch und hat kürzlich «Filippos Politarena» des FDP-Nationalrates Filippo Leutenegger produziert.

Neuer Strohmann gesucht

Leuteneggers Name ist nun auch im Zusammenhang mit der Suche nach einem Ersatz-Strohmann für Suter als Verleger der BaZ genannt worden. Ebenso wie Dominique Hiltbrunner, der sich als Basler Verleger der «Automobil-Revue» und der Wirtschaftszeitung «L’Agéfi» anbieten würde.

Ein weiteres Planspiel sieht laut gut unterrichteten Kreisen vor, eine neue Verlagsholding mit BaZ, «Weltwoche» und «Schaffhauser Nachrichten» zu bilden. Dieser Plan soll – sofern keine unerwarteten Schwierigkeiten auftauchen – kommenden Dienstag vorgestellt werden.

Damit wäre das Ende der BaZ als regional verankertem Blatt definitiv. Suter wird deshalb auch in den nächsten Tagen nach Kräften versuchen, Blocher davon zu überzeugen, die BaZ-Aktien und das Darlehen entgegen seiner rechtlichen Möglichkeiten abzugeben und Basler Geldgeber übernehmen zu lassen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 10.12.2011, 16:04 Uhr)

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