Wirtschaft

Bombardier schafft 200 Stellen – Spuhler und Siemens «sehr enttäuscht»

Von Jon Mettler. Aktualisiert am 12.05.2010

Die SBB schaffen neue Züge für den Fernverkehr an. Heute gab das Unternehmen bekannt, wer den Zuschlag für den Grossauftrag erhalten hat. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete live von der Pressekonferenz.

So sehen die neuen Doppelstockzüge aus.

So sehen die neuen Doppelstockzüge aus.
Bild: zvg

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

  • 15.50 Uhr  

    Der Rollmaterialhersteller Bombardier ist «hocherfreut über den Grossauftrag der SBB und über das Vertrauen», das dem Konzern entgegengebracht werde. Mit dem Auftrag werde der Standort Schweiz gestärkt und neue Stellen geschaffen. Im Waadtland entstehen rund 200 neue Stellen, wie Stéphane Wettstein, Medienverantwortlicher von Bombardier, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Auch die Standorte in der Deutschschweiz werden mit rund 100 zusätzlichen Stellen profitieren, vor allem in der Entwicklung und in der Projektabwicklung, wie Wettstein sagte.

    Die insgesamt 59 Doppelstockzüge für den Fernverkehr seien eine neue Technologie, die jedoch geprüft sei und auf der Erfahrung von Bombardier aufbaue. Vor allem habe man bei der Entwicklung an die Passagiere gedacht.

    Erste Tests mit der neuen Drehgestell-Technologie werden schon in diesem Jahr durchgeführt, wie Wettstein erklärte. Ab 2012 steht ein ganzer Zug für Tests zur Verfügung. Ab Ende 2013 kommen die Zugkompositionen dann in den Einsatz. Gebaut werden die neuen Züge an den Standorten Villeneuve VD und Görlitz (D). In der Schweiz hat Bombardier nach eigenen Angaben rund 900 Mitarbeitende an den drei Standorten Vielleneuve VD, Zürich und Winterthur.

  • 15.02 Uhr  

    Neben Stadler Rail ist auch Siemens Schweiz ein grosser Verlierer bei der grössten Rollmaterial-Bestellung in der Geschichte der SBB. Die Firma äusserte sich am Mittwoch sehr enttäuscht über den Entscheid.

    «Wir sind überzeugt, dass wir sowohl technisch wie auch wirtschaftlich ein sehr gutes Angebot abgegeben haben», sagte Sprecher Benno Estermann. Die Schweizer Regionalgesellschaft wolle nun zusammen mit dem Münchner Mutterhaus und allen Beteiligten die Gründe für die Absage analysieren und das weitere Vorgehen besprechen.

    Dem Vorwurf, der Techonologiekonzern habe in der Schweiz kein Montagewerk und hätte im Falle einer Auftragserteilung in der Schweiz keine Stellen geschaffen, widersprach Estermann: «Natürlich hätte es Stellen gegeben. Die Anzahl der Stellen war aber noch nicht klar.» Siemens Schweiz beschäftigte Ende 2009 laut eigenen Angaben rund 3300 Mitarbeitende.

  • 14.38 Uhr  

    Über ein Communiqué wird bekannt: Die Stadler Rail von Peter Spuhler geht leer aus bei der grössten Rollmaterial-Bestellung in der Geschichte der SBB. Gemäss Communiqué ist sie «sehr enttäuscht» darüber, dass die SBB den 1,9-Milliarden-Auftrag an den Konkurrenten Bombardier vergeben hat. Der Entscheid der SBB habe aber kurzfristig keine Auswirkungen auf die Beschäftigung bei Stadler Rail.

  • 14.34 Uhr  

    SBB-Medienchef Danni Härry beendet offiziell die Medienkonferenz.

  • 14.32 Uhr  

    SBB-Chef Meyer antwortet, dass gemäss der gesetzlichen Bestimmungen für die Ausschreibung des Auftrags der Wertschöpfungsanteil in der Schweiz kein Kriterium sein dürfe.

  • 14.29 Uhr  

    Die Frage taucht auf, inwiefern derWerkplatz Schweiz vom Grossauftrag profitiert.

  • 14.21 Uhr  

    SBB-Chef Meyer: «Alle Offerten haben sich auf einem guten Niveau bewegt. Wer nicht zum Zug kam wird von uns noch persönlich über die Qualität seines Angebots informiert.»

  • 14.20 Uhr  

    Ein Journalist will wissen, was die Schwächen des Schweizer Bewerbers Stadler waren.

  • 14.14 Uhr  

    Die SBB-Spitze nimmt die ersten Fragen entgegen.

  • 14.09 Uhr  

    Meyer sagt, dass der Entscheid zugunsten von Bombardier deutlich gefallen sei.

  • 14.05 Uhr  

    SBB-Chef Meyer zeigt erste Bilder der neuen Züge.

  • 14.03 Uhr  

    Insgesamt beschaffen die SBB 436 vollklimatisierte Wagen mit über 36'000 Sitzplätzen. Allerdings gehen die SBB davon aus, dass in den nächsten 20 Jahren im Fernverkehr rund 120'000 Sitzplätze neu beschafft werden müssen.

  • 14.01 Uhr  

    Mit je 20 Prozent kamen die Vertragserfüllung und die Bewährung zum Tragen.

  • 14 Uhr  

    Ducrot informiert über die Zuschlagskriterien für die Vergabe: Mit je 30 Prozent gewichteten die SBB die Erfüllung aller kundenrelevanten und technischen Anforderungen sowie die Gesamtwirtschaftlichkeit und Termineinhaltung.

  • 13.55 Uhr  

    Die neuen Züge kommen ab Dezember 2013 zum Einsatz, zuerst auf der Strecke St.Gallen-Zürich-Bern-Genf.

  • 13.54 Uhr  

    An allen Sitzplätzen sind sowohl in der 1. wie in der 2. Klasse Steckdosen und kabelloses Internet verfügbar.

  • 13.52 Uhr  

    Andreas Meyer: «Das ist ein historischer Auftrag. Es handelt sich um den grössten Auftrag, den die SBB je vergeben hat.»

  • 13.48 Uhr  

    Die SBB erteilen Bombardier den Auftrag zum Bau von 59 Doppelstockzügen für den Fernverkehr. Das Auftragsvolumen beträgt 1,9 Milliarden Franken.

  • 13.46 Uhr  

    SBB-Chef Andreas Meyer und Vincent Ducrot nehmen Platz.

  • 13.42 Uhr  

    Langsam aber sicher füllt sich der Konferenzsaal mit Journalisten. Erste Mikrofontests werden durchgeführt. In Kürze geht es los.

  • 13.40 Uhr  

    Die SBB wollen rund zwei Milliarden Franken ins neue Rollmaterial investieren. Als mögliche Lieferanten gelten Stadler, Siemens oder Bombardier. In frühstens fünf Minuten wird das Geheimnis gelüftet.

  • 13.35 Uhr  

    Auf Seiten der SBB informieren Konzernchef Andreas Meyer und Vincent Ducrot, Leiter Personenverkehr ad interim, über die Vergabe des Grossauftrags.

  • 13.30 Uhr  

    Die ersten Journalisten treffen im Wylerpark in Bern ein, wo die Pressekonferenz in 15 Minuten beginnen soll.

Erstellt: 12.05.2010, 13:24 Uhr

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