«Brabeck könnte der Kandidat sein»

Aktualisiert am 02.05.2010

Nach der tiefen Zustimmung der CS-Aktionäre zum Vergütungsbericht stellt Ethos-Direktor Dominique Biedermann Forderungen: Vor allem soll ein neuer Verwaltungsrat über das Bonisystem wachen.

Hält Boni-Steuer für ungeeignet: Dominique Biedermann.

Hält Boni-Steuer für ungeeignet: Dominique Biedermann.

Stammt nicht aus dem Finanzmilieu: Peter Brabeck.

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Laut Dominique Biedermann, Direktor der Anlagestiftung Ethos, soll der Verwaltungsrat der Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) nach der Generalversammlung vom Freitag die Zusammensetzung seines Vergütungsausschusses prüfen. Das sagt Biedermann in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag». Ethos hatte bereits am Freitag den Antrag gestellt, den Vorsitzenden des Vergütungsausschusses, Verwaltungsrat Aziz Syriani, nicht mehr zu wählen. Syriani erhielt schliesslich 72,6 Prozent der Aktionärsstimmen.

«Der Verwaltungsrat sollte nun die Konsequenzen ziehen und einen anderen Präsidenten für den Vergütungsausschuss ernennen», sagt Biedermann gegenüber dem Blatt. «Herr Brabeck könnte der Kandidat sein.» Der Verwaltungsrat und Nestlé-Präsident Peter Brabeck sei Vizepräsident der Credit Suisse und stamme ausserdem nicht aus dem Finanzmilieu.

Abstimmung vor neuer Boni-Politik

Weiter will Biedermann, dass die CS-Aktionäre künftig die Boni-Politik der Bank rechtlich verbindlich mitbestimmen können, bevor sie in Kraft tritt: «Wir fordern, dass die Aktionäre nicht nur konsultativ, sondern rechtlich bindend über das zukünftige Lohnsystem abstimmen können, so, wie dies zum Beispiel in den Niederlanden der Fall ist.» Würden Vergütungen erst im Nachhinein abgelehnt, sei dies «wenig praktikabel, da die Manager eine bereits gesprochene Vergütung zurückbezahlen müssten».

Von der vorgeschlagenen Bonus-Steuer des Bundesrats hält der Ethos-Direktor nichts. Wolle man Lohnexzesse verhindern, sei dieser Ansatz falsch. Es werde sehr einfach sein, die Steuer zu umgehen, indem man beispielsweise einen Teil der Geschäftsleitung aus der Schweiz auslagert. Ausserdem würde eine Steuer letztlich zu Lasten der Aktionäre gehen.

Erstellt: 02.05.2010, 14:19 Uhr

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