Wirtschaft
CS kürzt Boni für Topmanager
Aktualisiert am 19.01.2010 8 Kommentare
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Die Schweizer Grossbank reagiert mit den Massnahmen auf die Ankündigung der britischen Regierung, eine Steuer von 50 Prozent auf üppige Bankerboni zu erheben. Die rund 400 Topmanager der Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) in Grossbritannien wurden von der Credit Suisse über die Bonuskürzungen informiert, wie Credit-Suisse-Sprecher Marc Dosch bestätigte. Zuvor hatte die Regierung Grossbritanniens angekündigt, dass sie die dieses Jahr ausgeschütteten Boni von mehr als 25'000 Pfund (umgerechnet rund 42'000 Franken) mit 50 Prozent besteuern will.
Die Steuer soll von den Banken für ihre gesamten Bonuszahlungen erhoben werden, und nicht von den einzelnen Managern. Die Credit Suisse will diese Abzüge in Grossbritannien deshalb einerseits mit der Bonuskürzung von 30 Prozent für die Topmanager vor Ort sowie zusätzlich durch eine weltweite Kürzung des gesamten Bonuspools von fünf Prozent finanzieren.
Zunahme des fixen Basissalärs
Unabhängig davon hatte die Credit Suisse hatte im vergangenen Oktober eine Anpassung ihrer Vergütungsstruktur in Übereinstimmung mit den neuen G-20-Richtlinien angekündigt. Wesentliches Merkmal ist eine Zunahme des fixen Basissalärs auf Kosten der variablen Boni. Die variable Vergütung soll bei Beträgen von weniger als 125'000 Franken beziehungsweise 100'000 Dollar in bar ausbezahlt werden.
Höhere variable Bonuszahlungen erfolgen durch ein aktienbasiertes Instrument sowie ein Barinstrument. Beide unterliegen einem mehrjährigen Aufschub und sind erfolgsabhängig. Die Credit Suisse hatte bis zum Ende des dritten Quartals 2009 für Löhne und Boni insgesamt 12,5 Milliarden Franken verbucht, verglichen mit 13,3 Milliarden Franken für das ganze Jahr 2008.
64 Millionen Franken für Brady Dougan?
Ins Kreuzfeuer der Kritik dürfte die Credit Suisse dennoch gelangen. Dieses Jahr werden nämlich Sonderboni fällig aus dem im Frühjahr 2005 aufgesetzten aktienbasierten «Performance Incentive Plan» (PIP). Die «SonntagsZeitung» rechnete vor, dass Credit-Suisse-Chef Brady Dougan bei einem Aktienkurs von 52 Franken und einer konservativen Schätzung des PIP-Aktienmultiplikators 64 Millionen Franken erhalten würde, sollte er die ihm zustehenden Aktien beziehen und verkaufen. Investment-Banking-Chef Paul Calello käme auf 33 Millionen Franken und der ehemalige Chefjurist und künftige Credit-Suisse-Präsident Urs Rohner auf 8,3 Millionen Franken.
Credit-Suisse-Sprecher Dosch wollte diese Zahlen nicht kommentieren. Entscheidend für die Höhe der Ausschüttung werde der durchschnittliche Aktienkurs der ersten drei Monate 2010 sein, sagte er. Der PIP sei ein langfristiges Instrument, das nur zu Auszahlung gelange, wenn die Bank über eine Zeitdauer von fünf Jahren eine überdurchschnittliche Performance gezeigt habe in Bezug auf Gewinn und Aktienkursentwicklung. Es handle sich um ein sehr volatiles Instrument, das deshalb bei der Einführung nicht beliebt gewesen sei, sagte Dosch. Wären diese Anteilscheine vor einem Jahr zu Ausschüttung gelangt, wären die Eigner leer ausgegangen. (bru/ddp)
Erstellt: 19.01.2010, 19:27 Uhr
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8 Kommentare
Diese Boni und Saläre sind schlicht ein Ärgernis. Ein Angestellter ,der keinen Cent Eigenkapital riskiert, sollte einen Fixlohn mit einer Höchstgrenze von 2.5MIo verdienen können, den 13. Montaslohn und bei gutem Geschäftsgang nochmals 3 Monatslöhne. Alles was höher liegt ist krank und zeigt klar die Dekadenz der heutigen Elite auf. Antworten
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