Wirtschaft

CS zahlt keine Steuern – trotz Milliardengewinn

Aktualisiert am 25.10.2009 9 Kommentare

Der Credit Suisse geht es wieder blendend. Laut einem Medienbericht hat der Staat aber nichts von den riesigen Gewinnen der Grossbank.

Wieder im Aufwind: CS-Sitz am Zürcher Paradeplatz.

Wieder im Aufwind: CS-Sitz am Zürcher Paradeplatz.
Bild: Keystone

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Vier Milliarden Bonus bei der UBS

Einerseits hat die UBS die Fixlöhne teilweise massiv erhöht, andererseits werden dieses Jahr auch wieder mehr Boni ausgeschüttet. So hat UBS bereits für das erste Halbjahr 2009 Bonuszahlungen für etwa 1,7 Milliarden Franken zurückgestellt, total siteg die Lohnsumme trotz Stellenabbau um 9 Prozent.

Gemäss Insiderberichten die dem «Sonntag» vorliegen soll dies Zahl im zweiten Halbjahr noch ansteigen. Offenbar plant die Bank im Moment Boni für 4.1 Milliarden auszuzahlen. Die UBS Pressestelle sagt, die Höhe der Vergütungen werde erst nach Vorliegen des Jahresergebnisses festgelegt.

Die Credit Suisse (CS) hat am Donnerstag alle überrascht: Der Quartalsgewinn betrug stolze 2,4 Milliarden Franken, nachdem im vergangenen Jahr noch ein Verlust von mehr als 8 Milliarden Franken ausgewiesen wurde. Doch laut Geschäftsbericht bezahlt das Schweizer Mutterhaus keine Steuern, wie die Zeitung «Sonntag» berichtet. CS-Sprecher Marc Dosch bestätigt: «Die Credit Suisse dürfte dieses Jahr wegen der Verlustvorträge keine Einkommenssteuern zahlen.» Dasselbe dürfte auch für das nächste Jahr gelten. Bei der UBS, die wohl auch dieses Jahr keinen Gewinn erzielen wird, sind die Verlustvorträge noch viel höher – und somit werden noch Jahre vergehen, bis die Grossbanken wieder Steuern zahlen.

«Befremdlich erscheint, dass die Credit Suisse laut ihrem Quartalsabschluss in den USA 372 Millionen Franken Steuern abrechnet», schreibt die Zeitung «Sonntag». Laut CS seien dies aber rein «technische Buchungen», auch die amerikanische Steuerbehörde IRS erhalte nichts von der Grossbank.

Sehr problematisch ist die Situation für die Haushalte von Stadt und Kanton Zürich sowie für den Bund. Diesen fehlt nicht nur die UBS als Steuerzahler, sondern auch die hoch rentable Credit Suisse. Der Zürcher Finanzvorstand Martin Vollenwyder sagte der «NZZ», dass die Stadt innerhalb von zwei Jahren ihr gesamtes angehäuftes Eigenkapital von einer Milliarde verlieren werde.

«Total daneben»

Politiker auf der Linken sind «entsetzt», dass die CS trotz Rekordgewinnen keine Steuern zahlt. Nationalrat Daniel Vischer (Grüne/ZH) findet dies «total daneben», für Susanne Leutenegger Oberholzer (SP/BL) kommt erschwerend hinzu, dass die Bank auf den meisten ihrer Dienstleistungen nicht einmal Mehrwertsteuer bezahlt. Zudem seien noch immer Vorschläge auf dem Tisch, mit denen die Spitzenverdiener der Grossbank entlastet würden.

Nationalrat Philipp Müller (FDP/AG) kritisiert die Kommunikation der CS. Der jetzt ausgewiesene Gewinn sei viel zu hoch, denn die Ursache dafür, dass die Steuern nicht bezahlt werden müssten, liegen in den Verlusten des letzten Jahres. Damals hätten sie auch verbucht werden müssen. (vin/bru)

Erstellt: 25.10.2009, 08:06 Uhr

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9 Kommentare

Stefan Müller

26.10.2009, 12:13 Uhr
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War nicht letztens hier auf dem Tagi zu lesen, dass die CS den höchsten Lohn pro Kopf bezahlt (Schnitt)... Glauben sie wirklich, dass diese Köpfe keine Steuern zahlen (Stichwort: Progressive Steuer) ? Also bitte, die CS muss keine Steuern zahlen, da sie Verlustvortrag hat, trotzdem zahlt sie indirekt Steuern, und zwar über ihre Mitarbeiter... Antworten


Andreas D. meier

26.10.2009, 11:07 Uhr
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Im Fall UBS musste der Staat erst Milliarden einschiessen und einen riesigen Haufen Schrottpapiere, von denen niemand weiss ob sie je gewinnbringend zu verkaufen sein werden, übernehmen. Beim Verkauf der WA konnte wenigstens ein Gewinn realisiert werden.Künftig sollen Gutbetuchte noch weniger Steuern bezahlen, wenn es nach dem Willen der Neoliberalen Ideologen geht! Das muss verhindert werden! Antworten



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