Wirtschaft

CS-Verwaltungsrat stellt sich nach Herabstufung hinter Dougan

Aktualisiert am 22.06.2012 34 Kommentare

Die Ratingagentur Moody's stufte 15 Banken herab. Als einzige sank die Credit Suisse gleich um drei Bonitätsstufen. Zuvor hatte die SNB eine Kapitalaufstockung der CS gefordert. Der Verwaltungsrat beschwichtigt.

Die Bank wurde letztmals im Jahr 2007 abgestuft: Logo am CS-Hauptsitz in Zürich. (9. Februar 2012)

Die Bank wurde letztmals im Jahr 2007 abgestuft: Logo am CS-Hauptsitz in Zürich. (9. Februar 2012)
Bild: Reuters

15 Grossbanken erhalten schlechtere Bonitätsnote. (Video: Reuters )

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Die Schweizer Grossbank Credit Suisse (CSGN 27.93 -0.60%) schaut gelassen auf die Herabstufung der Ratingagentur Moody's. Dies habe man seit längerem erwartet. Auswirkungen habe die Herabstufung keine, hiess es in einer Stellungnahme der Credit Suisse vom Freitagmorgen. «Die Ankündigung von Moody's wird auf die Liquidität und die Finanzplanung der Bank keinen materiellen Einfluss haben», sagte CS-Sprecher Marc Dosch.

Am Abend meldete sich dann auch der Verwaltungsrat nach einer ordentlichen Sitzung mit einer Mitteilung zu Wort. Man sei zufrieden mit den Fortschritten, die bisher im Hinblick auf die Kapitalanforderungen unter Basel 3 erzielt wurden, heisst es. Der Verwaltungsrat stellt sich auch hinter Brady Dougan. Die Geschäftsleitung werde auch künftig sicherstellen, dass die Credit Suisse die regulatorischen Kapitalanforderungen «nicht nur erfüllt, sondern übertrifft».

Konflikt zwischen SNB und CS

Die Schweizerische Nationalbank hatte vor rund zehn Tagen gewarnt, dass die CS zu wenig Eigenkapital habe. Kurz darauf hatte Bank-Chef Brady Dougan widersprochen. Die Credit Suisse sei im Gegenteil eine der am besten kapitalisierten Banken der Welt, entgegnete er. Man habe nicht vor, frisches Kapital zu suchen.

Der Verwaltungsrat der Bank hatte sich bisher nicht zur Forderung der SNB geäussert und war dafür kritisiert worden. Hintergrund des Streits sind unterschiedliche Berechnungsarten des Kapitals sowie strengere Vorschriften unter Basel III ab dem Januar 2013. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete)

Letzte Abstufung im Jahr 2007

CS-Sprecher Marc Dosch hatte an Morgen betont, die Herabstufung sei für die CS keine Überraschung gewesen: «Die Credit Suisse konnte ihr Rating lange halten. Nun hat eine Anpassung stattgefunden», erklärt er die Tatsache, dass die CS als einziges Institut gleich um drei Stufen hinunterrutschte. Letztmals hatte Moody's die Credit Suisse 2007 herabgestuft.

Aus Sicht der CS sei dies eine gute Entwicklung. Moody's spreche von einem stabilen Ausblick und habe darauf hingewiesen, dass die Bank unter anderem stabile Gewinne mit der Vermögensverwaltung und dem Schweizer Geschäft einfahre und eine gesunde Liquidität aufweise, betont Dosch.

Klangvolle Namen herabgestuft

Die Ratingagentur Moody's hatte gestern in einem Rundumschlag 15 Kreditinstitute herabgestuft. Die Credit Suisse rutschte um drei Bonitätsnoten nach unten, von der zweitbesten Bewertung Aa1 auf ein A1. Für die UBS senkte Moody's das Rating um zwei Stufen, von Aa3 auf noch A2.

In Europa sind zudem Deutsche Bank, HSBC, Barclays, Royal Bank of Scotland, BNP Paribas, Credit Agricole und Société Générale betroffen. In den USA traf es J. P. Morgan, Morgan Stanley, Citigroup, Bank of America, Goldman Sachs, in Kanada die Royal Bank of Canada.

CS leicht besser als UBS

Die Credit Suisse wird von Moody's mit noch mit A1 benotet (davor mit Aa1). Im neuen Ranking der Grossbanken schneidet die CS schlechter ab als die Konkurrentin aus London HSBC, die ebenfalls herabgestuft wurde, von Aa2 auf Aa3.

Moody's bewertet die CS aber leicht höher als ihre Schweizer Mitbewerberin UBS. Diese befindet sich mit einer Note von noch A2 (statt Aa3) auf der selben Stufe wie die Deutsche Bank, die amerikanische JP Morgan Chase und die französischen Grossbanken BNP Paribas, und Société Générale, die allesamt ebenfalls herabgestuft wurden.

Die UBS enttäuscht und erfreut

Die Grossbank UBS zeigte sich am Freitag nach der Herabstufung der Ratingagentur Moody's nicht zufrieden mit dem Ergebnis. Natürlich sei man enttäuscht, sagte UBS-Sprecherin Dominique Scheiwiller. Man freue sich aber, dass Moody's die Fortschritte der Bank anerkenne.

Scheiwiller bezieht sich dabei unter anderem auf Anpassungen der UBS an die Veränderungen im regulatorischen Umfeld und auf den Kapitalmärkten. Moody's schreibt denn auch von einer starken Kapitalposition der Schweizer Grossbank sowie dem relativ geringen Engagement in den Krisenländern der Eurozone. (mrs/rub/sda)

Erstellt: 22.06.2012, 18:14 Uhr

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34 Kommentare

Hans Gianni

22.06.2012, 09:32 Uhr
Melden 53 Empfehlung 0

Ein schöne Beispiel das zeigt, das die Schweiz keine Insel im Wirtschaftssystem ist. Betrachtet man das Geldvolumen (=Schuldvolumen) von CS und UBS und stellt dies der Wirtschaftskraft der Schweiz gegenüber, ist die Situation kritischer als in machen südeuropäischen Ländern.
Es wird langsam Zeit wach zu werden und nach Alternativen zu suchen, welches unser Schuldsystem abschaffen.
Antworten


Peter Grainer

22.06.2012, 09:27 Uhr
Melden 47 Empfehlung 0

Die CS hätte auch gleich auf Ramsch-nievau herabgestuft werden können. Mehr als das ist sie nämlich nicht. Antworten



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