Cablecom laufen die Kunden davon

Von Angela Barandun. Aktualisiert am 06.08.2009 62 Kommentare

Das Kundendienst-Desaster vom letzten Jahr hat Konsequenzen. Besonders schmerzhaft sind die Verluste beim TV-Angebot.

Besonders dramatisch ist der Rückgang bei den Digital-TV-Kunden: Cablecom-Showroom.

Besonders dramatisch ist der Rückgang bei den Digital-TV-Kunden: Cablecom-Showroom.

Anfang Jahr ging es noch leicht aufwärts. Damit ist es jetzt vorbei: Die Cablecom verliert in sämtlichen Segmenten Kunden – wenn auch nur wenige. Beim Internet waren es 300, beim Festnetztelefon 700.

Besonders dramatisch ist der Rückgang bei den Digital-TV-Kunden. In diesem Wachstumsmarkt hat die Cablecom 2500 Kunden verloren. Weitere 2500 Kunden sind beim Analogfernsehen abgesprungen. Prozentual fällt dieser Kundenverlust nicht ins Gewicht. Beim Digital-TV sind es 0,7 Prozent, beim Analog-TV sogar nur 0,2 Prozent. Viel bedeutender ist das Zeichen, das der Rückgang setzt: Die Cablecom schwächelt in ihrem absoluten Kerngebiet – dem Geschäft mit Fernsehen.

Swisscom als grosse Gewinnerin

Die grosse Gewinnerin ist die Swisscom, auch wenn einige Fernsehkunden auf Satellitenanlagen umgestiegen sein dürften. Von Januar bis März konnte der Telecomkonzern mit dem Fernsehangebot Bluewin-TV 21'000 neue Kunden gewinnen – knapp doppelt so viele wie die Cablecom im selben Zeitraum. Zwischen April und Juni dürfte die Swisscom sogar noch stärker gewachsen sein. Die Zahlen präsentiert sie allerdings erst nächste Woche.

Für die Cablecom ist das eine schwierige Ausgangslage für die zweite Jahreshälfte. Zwar will sie demnächst neue Dienste lancieren, die ihrem digitalen TV-Angebot im Vergleich mit der Swisscom wieder Auftrieb verleihen soll. Dazu zählen etwa Videofilme auf Abruf oder ein neuer Dienst namens Replay TV, bei dem das Programm des Schweizer Fernsehens zentral aufgezeichnet wird und nach Belieben abgespielt werden kann. Solange die Cablecom die Kunden aber nicht davon überzeugen kann, dass schlechter Service endgültig der Vergangenheit angehört, dürfte das nur wenig nützen.

Auffällig am Ergebnis der Schweizer Tochterfirma der amerikanischen Liberty Global ist, dass die Cablecom trotz Kundenverlust und rückläufigem Umsatz profitabler gearbeitet hat. Die operative Marge (operativer Cashflow im Verhältnis zum Umsatz) liegt mittlerweile bei erstaunlichen 55,9 Prozent. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.08.2009, 09:28 Uhr

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62 Kommentare

Karl Meier

06.08.2009, 08:51 Uhr
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Die Cablecom hilft sogar selber nach. Ihr System hat mir eines Tages ungefragt gekündigt, meine Mail Adresse gelöscht und meine Telefonnummer für Neukunden freigegeben. Dies obwohl ich meine Rechnungen immer pünktlich bezahlt habe. CC war unfähig diesen Fehler Rückgängig zu machen und ich hab seit 6 Wochen keinen Anschluss, erhalte aber immer noch Rechnungen. Ich bin inzwischen Swisscomkunde. Antworten


Ben Mueller

06.08.2009, 12:23 Uhr
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Solange es sich scheinbar lohnt beim Service zu sparen und trotzdem sensationelle Margen zu erzielen, so lange wird Cablecom genauso weiterarbeiten. Weshalb aber ist das so? Ist es die 'geiz ist geil-Mentalität'? Ist Service nichts wert? Antworten



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