Wirtschaft
Charmeoffensive der UBS bei Topwerbern umstritten
Von David Vonplon. Aktualisiert am 26.11.2008 65 Kommentare
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Die UBS startet heute eine schweizweite Inseratekampagne. In grossen Anzeigen lässt sie ihre Kunden das Vertrauen in die Grossbank aussprechen. Sie schildern ihre persönlichen Erfahrungen mit der Bank und preisen die UBS als verlässliche Partnerin. Das UBS-Logo fehlt auf den Inseraten, ebenso wie die Bewerbung eines bestimmten Produkts. Kann die Grossbank mit dieser Charmeoffensive das zerstörte Vertrauen wieder herstellen?
Topwerber beurteilen die Werbeoffensive der UBS unterschiedlich. Dominique von Matt, Inhaber der Werbeagentur Jung von Matt hält nicht allzu viel vom Weg, den die UBS beschreitet: «Wer schlechte News in den Medien hat, für den macht es nicht viel Sinn, in denselben Medien Werbung zu machen.» Denn damit schaffe die UBS nur noch mehr Aufmerksamkeit für die Marke und somit auch für die schlechten News. Von Matt: «Die Rechnung geht nur auf, wenn man davon ausgehen kann, dass die Berichterstattung jetzt ins Positive wechselt.»
Andere Kommunikationskanäle
Dass dies geschieht, halten Finanzspezialisten für unwahrscheinlich: In den USA hat die Bank Klagen am Hals, der Bank sitzen die Steuerbehörden im Nacken. Und in der Schweiz laufen der Bank die Kunden davon. Laut von Matt müsste sich die UBS auf andere Kommunikationskanäle konzentrieren. Von herausragender Bedeutung sei derzeit, wie die Bank mit den Kunden spreche. Und genauso wichtig: Wie äussern sich die Spitzenexponenten der Bank? «Letztere müssen nun an die Front und das Vertrauen wieder aufbauen.»
Positiver beurteilt Frank Bodin, Chef der Agentur Euro RSCG und Präsident des Werberverbands BSW, die UBS-Werbeoffensive. «Meine Reaktion ist: endlich!» Für die UBS sei Kommunikation gerade jetzt notwendig – und das über alle Kanäle, auch über die Werbung. Ihm gefällt nicht zuletzt auch die gewählte Umsetzung: «Die UBS stellt ihre Marke in den Hintergrund und die Menschen mit ihren Aussagen ins Zentrum. Ich halte diese dezente Form für richtig.»
Andere konnten Abfluss so stoppen
Bodin ist überzeugt, dass die Strategie der UBS aufgehen könnte: Er verweist auf Unternehmen im Ausland, die mit einer ähnlichen Werbestrategie, den Abzug von Kunden stoppen konnten. Als sich die britische Barclays Bank in argen Nöten befand, schaltete sie TV-Spots, in welchen Kunden der Bank ihr Vertrauen aussprachen. Die Strategie griff, das Finanzinstitut kam wieder auf die Beine.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.11.2008, 12:49 Uhr
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65 Kommentare
Sobald die Märkte sich beruhigt haben, und die UBS Erfolge melden kann, werden die Kunden mehr Vertrauen haben. Wichtig ist, dass die UBS neue Strategien entwickelt und in die richtige Richtung manövriert sowie Altlasten los wird, die die Bank ruiniert haben. Dazu gehört das exessive Salärsystem, das die UBS sich so nicht mehr leisten kann. Die Öffentlichkeit ist jetzt wach geworden. Viel Erfolg!! Antworten
Eine gute Entscheidung, eine ehrliche und dezente Kampagen zu starten zum jetzigen Zeitpunkt. Schade nur dass in dem gezeigten Beispiel 4 ein Leerschlag zuviel drin ist im Text in der ersten Zeile. Wenn schon eine Imagekampagne in einer solch delikaten Phase eines Unternehmens geschaltet wird, dann bitte ohne Flüchtigkeitsfehler. Macht halt einfach nicht die beste Gattung. Antworten
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