Wirtschaft
Chinesischer Staatsfonds schielt auf europäische Unternehmen
«Wir werden auch in Europa einige vorsichtige Investitionen tätigen»: CIC-Chef Lou Jiwei. (Bild: Keystone)
«Wir haben in Europa viele gute Chancen identifiziert», sagte CIC-Chef Lou Jiwei am Samstag bei einer Finanzkonferenz auf der chinesischen Insel Hainan. «Wir werden auch in Europa einige vorsichtige Investitionen tätigen, in einem angemessenen Umfang.» Nach Lous Worten hat sich die Lage grundlegend gegenüber der Situation vor einem Jahr geändert, als der 200 Mrd. Dollar schwere Fonds durch nationale Schutzregeln abgeschreckt worden sei.
«Ich bin aber all den Protektionisten in Europa dankbar», fügte er hinzu. «Wenn wir damals in der Euro-Zone investiert hätten, hätten wir inzwischen furchtbare Verluste erlitten.» Vor der Finanzkrise standen die EU-Staaten unter Druck, den Einfluss der Staatsfonds aus Russland oder China auf die heimische Industrie gering zu halten. «Europa nimmt jetzt eine offene Haltung ein und spricht nicht mehr über seine Bedenken», sagte Lou.
Der CIC hat sich im vergangenen Jahr mit drei Milliarden Dollar am US-Investor Blackstone und mit fünf Milliarden Dollar an der US- Bank Morgan Stanley beteiligt. Die Investitionen haben in den vergangenen Monaten stark an Wert verloren und CIC hohe Verluste beschert. (vin/sda)
Erstellt: 18.04.2009, 18:02 Uhr
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