Coop not @ home

Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 18.12.2009

Die Nummer zwei im Detailhandel hat kürzlich ihren Online-Supermarkt «coop@home» aufgepeppt. Und damit für mehrere Tage den Betrieb lahmgelegt.

@home oder eben doch nicht? Coops Online-Supermarkt funktionierte tagelang nicht.

@home oder eben doch nicht? Coops Online-Supermarkt funktionierte tagelang nicht.

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Online-Shopping wächst

Coop durfte am 8. Dezember nebst den optischen Veränderungen – grössere Bilder, besser lesbare Schrift – auch Positives vermelden: «Coop@home» konnte den Umsatz in den ersten 11 Monaten 2009 um 24 Prozent steigern. Täglich liefert Coop in 1000 Haushalte, bei Sonderaktionen mit Gratislieferungen gar in 2000.

Konkurrent Migros ist schon länger im Online-Geschäft und hat gegenüber Coop die Nase vorn: «Le Shop» legte in diesem Jahr zwar nur 19 Prozent an Umsatz zu, hat aber auch eine fast doppelt so hohe Basis. Pro Tag liefert «Le Shop» in rund 2800 Haushalte. 2008 erzielte der 1998 gegründete «Le Shop» damit einen Umsatz von 112 Millionen Franken. Das 2001 lancierte «Coop@home» kam auf 54 Millionen Franken Umsatz.

Viele Schweizerinnen und Schweizer konnten in den vergangenen zehn Tagen nicht bei Coop einkaufen - zumindest nicht von zu Hause aus. Stattdessen sassen sie vor ihren Bildschirmen und lasen Fehlermeldungen. Denn bei Coops Home-Shopping-Seite «coop@home», bei dem täglich rund 1000 Haushalte ihre Einkäufe tätigen, ging gar nichts mehr. Am 8. Dezember war die Seite optisch aufgepeppt und übersichtlicher gestaltet. Danach blieben vielen Kunden wichtige Einkäufe verwehrt.

«Der Relaunch löste technische Probleme aus», bestätigt Coop-Sprecherin Denise Stadler. «Seit dem Relaunch kämpfen wir mit Schwierigkeiten. Das ist natürlich unglücklich». Der Online-Shop habe seit den Neuerungen «instabiles Verhalten» gezeigt. Befehle seien nach Mausklick nicht oder nicht richtig ausgeführt worden. «Das haben wir auch beim Umsatz gespürt», so Stadler. Ganz unmöglich sei ein Einkauf aber nur während «vereinzelten Ausfällen» von einer bis drei Stunden gewesen.

Coop rechnete mit Komplikationen

Damit habe man rechnen müssen, findet Stadler. Ein solcher Relaunch könne immer Komplikationen mit sich bringen. Dennoch ist die Angelegenheit peinlich für den Detailriesen. Ein Grossunternehmen wie Coop sollte technischen Veränderungen zum Trotz - so sollte man meinen – in der Lage sein, seinen Online-Supermarkt aufrechtzuerhalten.

Das sehen offenbar auch die Kunden so: Coop wurde nach dem Ausfall mit Reklamationen und negativen Kommentaren überhäuft. Diejenigen, die sich beklagten, bekamen nach einigen Tagen eine Mail, in der um Geduld gebeten wurde. Man werde mit Anfragen überhäuft, so das Schreiben, das Tagesanzeiger.ch/Newsnet vorliegt. «Ich gehe aber davon aus, dass es auch positive Reaktionen auf die Neugestaltung gab», kommentiert Coop-Sprecherin Stadler.

Probleme behoben

Dennoch ist man bei Coop überzeugt, dass der Relaunch einen Vorteil für den Kunden bringe. «Die Seite ist kundenfreundlicher und übersichtlicher und bietet schlicht mehr Komfort», sagt Stadler. «Heute sollten jedoch alle Probleme behoben sein und das Angebot wieder einwandfrei funktionieren.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.12.2009, 13:05 Uhr

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